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Millionenrückzahlung: Gericht erklärt Happy Birthday für gemeinfrei

Der jahrelange Streit über die Urheberrechte an Happy Birthday ist beendet. Der Musikkonzern Warner muss 14 Millionen Dollar an Tantiemen zurückzahlen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Geburtstagskuchen
Geburtstagskuchen (Bild: Fir0002/CC BY-SA 3.0)

Der Streit über die Rechte am Geburtstagslied Happy Birthday ist endgültig beigelegt. Richter George H. King billigte am Montag in Los Angeles eine vor Monaten ausgehandelte Einigung zwischen dem Musikverlag Warner/Chappell Music und den Klägern. "Es ist nun offiziell! Singt laut, singt mit Stolz, und singt zum Nulltarif, denn nun kann keiner mehr Lizenzgebühren verlangen", hieß es in einer Mitteilung der Anwaltskanzlei Donahue Fitzgerald.

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Dies sei ein "großer Sieg" für die Öffentlichkeit und für Künstler, die das Lied in ihren Werken verwenden wollten, sagte der Klägeranwalt Daniel Schacht. Er gehört zum Team der US-Sängerin Rupa Marya, die zusammen mit einer Dokumentarfilmerin und anderen Künstlern gegen den Musikkonzern Warner mit einer Sammelklage vor Gericht gezogen war.

Millioneneinnahmen jährlich

Seit Jahrzehnten beanspruchten Musikverlage die Rechte an dem Song. Bei der Geburtstagsfeier zu Hause darf das Lied jeder kostenlos singen, aber bei einer kommerziellen Nutzung, etwa in Filmen, Videos, Alben oder auf elektronischen Grußkarten, floss bei Warner/Chappell Music Geld in die Kassen. Schätzungen zufolge soll das Unternehmen rund zwei Millionen Dollar (etwa 1,8 Millionen Euro) Lizenzgebühren pro Jahr verdient haben.

Auch Marya hatte 2013 für Happy Birthday zahlen müssen, als sie das Lied an ihrem Geburtstag bei einem Konzert für eine Live-Aufnahme sang. Sie sei über die Rechnung von 455 Dollar empört gewesen, sagte die Sängerin in Interviews. Die Filmemacherin Jennifer Nelson, die einen Dokumentarfilm über die Herkunft von Happy Birthday to You drehen wollte, sollte 1.500 Dollar für die Nutzerlizenz begleichen.

Vergleich im Februar geschlossen

Nun wird Warner für Millionenbeträge zur Kasse gebeten. Schon im vorigen September hatte der zuständige Richter in Los Angeles das Urheberrecht des Musikverlags für das Lied gekippt. Vergeblich argumentierte der Konzern, er habe 1988 mit dem Kauf einer anderen Firma die Lizenzrechte für das Lied erworben. Erst im Jahr 2030 sollten sie auslaufen.

Nach einem monatelangen Hin und Her einigten sich die Streitparteien im Februar auf einen Vergleich. Warner willigte ein, seine Rechte an dem Song aufzugeben und die Betroffenen mit 14 Millionen Dollar (etwa 12,7 Millionen Euro) zu entschädigen.

Rechte in Deutschland noch gültig

Das Urheberrecht an dem Song wurde 1935 von dem Label Clayton F. Summy angemeldet. Doch nach Ansicht von Richter King galt der Urheberrechtsschutz nur für die ursprüngliche Melodie, nicht aber für den Text. Denn geschützt sei nur ein bestimmtes Klavierarrangement, nicht der gesamte Song.

Das Lied hat die Musikerin Mildred Hill aus dem US-Bundesstaat Kentucky gemeinsam mit ihrer Schwester Patty unter dem Titel Good Morning to You im Jahr 1893 komponiert. Der Text Happy Birthday to You wurde erst später geschrieben. Eine wichtige Rolle in der Entscheidung des Gerichts dürfte ein Fund gespielt haben, der erst vor wenigen Wochen gemacht wurde: Ein Bibliothekar fand ein altes Kinderliederbuch, das eine frühe Version von Good Morning to You enthielt.

Nach Angaben der Verwertungsgesellschaft Gema läuft der Urheberrechtsschutz für das Lied in Deutschland Ende 2016 aus.



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wasabi 29. Jun 2016

Hier scheinen viele davon auszugehen, dass z.B. jedes musikalische Werk direkt als Song...

ChevalAlazan 28. Jun 2016

Beschwere dich bei den Verwertern, die es der Politik und einem Großteil der Bürger...


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