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Millionenkosten für Paramount: Gericht pausiert Warner-Übernahme wegen Nachteilen für Zuschauer

Erfolg für US-Bundesstaaten: Ein Gericht bestätigt befürchtete Wettbewerbsnachteile, falls Paramount Warner Bros. Discovery schluckt.
/ Ingo Pakalski und dpa
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Paramount-Warner-Übernahme - Kritiker befürchten Nachteile für Kinos und Zuschauer. (Bild: Mario Tama/Getty Images)
Paramount-Warner-Übernahme - Kritiker befürchten Nachteile für Kinos und Zuschauer. Bild: Mario Tama/Getty Images

Nach der Klage von zwölf US-Bundesstaaten wird die Übernahme des Hollywood-Studios Warner Bros. Discovery durch Paramount für zunächst zwei Wochen per Gerichtsbeschluss ausgesetzt. In dieser Zeit soll über die von den Bundesstaaten angestrebte längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug der über 100 Milliarden US-Dollar großen Übernahme verhandelt werden.

Die US-Bundesstaaten argumentieren unter anderem(öffnet im neuen Fenster), der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin Araceli Martínez-Olguín in Oakland bei San Francisco konnten sie zumindest belegen, dass Paramount und Warner Bros. Discovery zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten.

Dadurch sei es wahrscheinlich, dass die Übernahme als wettbewerbswidrig eingestuft werde. Dies rechtfertige eine zeitweise Aussetzung der Übernahme, entschied das Gericht(öffnet im neuen Fenster).

Paramount muss bei jeder Verzögerung weitere 650 Millionen US-Dollar zahlen

Für Paramount könnte eine Verzögerung teuer werden. Um die Aktionäre von Warner Bros. Discovery zu überzeugen, versprach Paramount ihnen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September 2026 bis zum Abschluss der Übernahme. Das dürfte das Unternehmen etwa weitere 650 Millionen US-Dollar pro Quartal kosten.

Ein entscheidender Faktor für den letztlichen Erfolg der Bundesstaaten wird sein, ob sie sich vor Gericht mit einer besonderen Marktdefinition durchsetzen können. Sie betrachten vor allem den Wettbewerb bei erwartbaren Film-Kassenschlagern, die mehr als 100 Millionen US-Dollar einspielen.

Bundesstaaten sehen Kino-Blockbuster als eigenen Markt

Diese seien für die Filmtheater besonders wichtig, um die Existenz zu sichern, argumentieren sie. Entsprechend wäre eine größere Marktmacht eines einzelnen Marktteilnehmers in diesem Bereich wettbewerbsfeindlich und schädlich für die Kinos. Daraus folgt, dass es auch negative Folgen für die Zuschauer hätte. Paramount erwidert, dass eine solche Markt-Segmentierung nicht der Realität entspreche.

Die US-Regierung hatte die Übernahme bereits Mitte Juni 2026 ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde. Das gelte sowohl für das TV- und das Streaminggeschäft als auch die Filmproduktion.

Dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten.

Paramount überbot Netflix

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich Netflix Ende 2025 bereits mit Warner Bros. auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Das TV-Geschäft sollte eigenständig weiter existieren.

Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Die Übernahmesumme beläuft sich auf rund 111 Milliarden US-Dollar.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Vergleichbares passierte bereits in anderen Fällen als Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten.

Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einer Übernahme von Warner Bros. Discovery ebenfalls den Besitzer wechselt.

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