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Millionenauftrag: Hochenergie-Laser für die Deutsche Marine

Die Deutsche Marine erhält ein Laserwaffensystem. Entwickelt wird es von MBDA Deutschland und Rheinmetall, einsatzbereit soll es 2029 sein.
/ Andreas Donath
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HEL-Effektor an Land (Bild: Rheinmetall)
HEL-Effektor an Land Bild: Rheinmetall

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat einen Vertrag zur Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnet. Vertragspartner ist die Arbeitsgemeinschaft HEL, ein Zusammenschluss von MBDA Deutschland und Rheinmetall. Beide Unternehmen gründen dafür ein Joint Venture.

Nach Angaben der beteiligten Firmen soll das System bis 2029 einsatzbereit sein. Der Auftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Damit zählt die Bundeswehr zu den ersten Streitkräften weltweit, die ein solches System für den maritimen Einsatz konkret in Auftrag geben.

Der Vertrag beschränkt sich nicht auf die Waffe selbst. Er umfasst die komplette Wirkkette, von der Aufklärung über die Zielverfolgung bis zur eigentlichen Bekämpfung von Zielen. Nach eigener Aussage will das Joint Venture bei der Fertigung auf deutsche Zulieferer und heimisches Systemwissen setzen.

Laserwaffensysteme gelten in der Marine seit einiger Zeit als möglicher Baustein für die Abwehr von Drohnen und kleineren Flugkörpern. Anders als klassische Flugabwehrsysteme kommen sie ohne Munition im herkömmlichen Sinn aus. Dafür benötigen sie ausreichend elektrische Energie. Auch andere Streitkräfte in Europa arbeiten derzeit an vergleichbaren Systemen, bislang allerdings meist im Erprobungsstadium.

Der Leiter der Rheinmetall-Division Weapon and Ammunition, Roman Koehne, sagte, das Projekt sei ein Beleg dafür, welches technische Niveau erreichbar sei, wenn zwei etablierte Systemhäuser ihre Fähigkeiten zusammenführten. Er verwies auf den erwarteten Nutzen für die Drohnenabwehr an Bord von Marineeinheiten sowie auf neue Fertigungs- und Ausbildungsplätze in Deutschland.

Der Geschäftsführer von MBDA Deutschland, Thomas Gottschild, beschrieb das System als technisch weit entwickelt und auf die konkreten Anforderungen der Bundeswehr zugeschnitten. Der containerisierte Lasereffektor solle sich neben dem Einsatz auf See für den Schutz von Häfen eignen.

Erprobung zog sich rund ein Jahr lang

Dem Vertragsabschluss ging eine längere Testphase voraus. Ein Demonstrator des Systems war mehr als ein Jahr lang unter realen Bedingungen auf der Fregatte Sachsen im Einsatz. Dabei legte er nach Unternehmensangaben rund 28.000 nautische Meilen (51.856 km) durch die Nordsee, Ostsee und das Mittelmeer zurück.

Im März 2026 präsentierte der Marine-Laserdemonstrator seine Fähigkeiten zusätzlich bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD91) in Meppen. Vor Vertretern der Bundeswehr wurden dort Tests durchgeführt. Insgesamt sollen im Testzeitraum mehr als 1.000 Schüsse gegen Luft-, See- und Landziele abgegeben worden sein, auch unter ungünstigen Wetterbedingungen.


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