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Milliardenprojekt: 224 Meter hohes "Mond"-Resort geplant

4.000 Zimmer und eine LED-Außenhülle: Ein kanadisches Unternehmen plant ein Mega-Resort, dessen Fassade die Oberfläche des Mondes darstellen soll.
/ Przemyslaw Szymanski
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Mit diesem computergenerierten Bild werben die Verantwortlichen für das Projekt. (Bild: Moon World Resorts Inc.)
Mit diesem computergenerierten Bild werben die Verantwortlichen für das Projekt. Bild: Moon World Resorts Inc.

Das kanadische Unternehmen Moon World Resorts Inc. hat mit Moon ein groß angelegtes Hotel- und Freizeitprojekt vorgestellt. Vorgesehen ist laut New Atlas(öffnet im neuen Fenster) ein kugelförmiges Gebäude mit einer Höhe von 224 Metern und einem vergleichbaren Durchmesser, das als zentraler Bestandteil eines weitläufig angelegten Resortkomplexes konzipiert ist.

Die Fassade ist als großflächiger Bildschirm geplant, auf dem Animationen abgespielt werden sollen, die die Oberfläche des Mondes darstellen. Zum Vergleich: Das ebenfalls mit einer LED-Außenhülle ausgestattete The Sphere in Las Vegas, das derzeit als eine der größten kugelförmigen Veranstaltungsarenen gilt, erreicht eine Höhe von rund 112 Metern bei einem Durchmesser von etwa 157 Metern.

Während dort vor allem Konzerte und Shows im Mittelpunkt stehen, ist das Moon-Konzept deutlich breiter angelegt und kombiniert Hotellerie, Kongressgeschäft und thematische Inszenierung in einem Gebäude. Nach aktuellem Planungsstand sind rund 4.000 Zimmer vorgesehen, ergänzt um ein Kongresszentrum, Veranstaltungsflächen sowie ein weiteres Boutique-Hotel im Erdgeschoss.

Auf der obersten Ebene ist eine begehbare, an die Mondoberfläche angelehnte Erlebniszone geplant, die durch inszenierte Landschaftselemente ergänzt wird. Vorgesehen sind zudem thematische Attraktionen und eine simulierte Fortbewegung innerhalb des Areals über ein als "Mond-Shuttle" bezeichnetes Transportsystem.

Darüber hinaus ist das Gesamtprojekt als umfassend geplantes Quartier konzipiert, das neben dem zentralen Kugelbau zusätzliche Hochhäuser, weitere kleinere Kugelgebäude, Grünanlagen sowie eine eigene Verkehrs- und Erschließungsinfrastruktur umfassen soll.

Finanzierung durch lokale Partner

Das Konzept ist nicht auf einen einzelnen Standort beschränkt. Als potenzielle Länder nennt das Unternehmen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Indien, Spanien, Brasilien, Australien, Polen und die USA. Die kalkulierten Baukosten liegen laut Futurezone(öffnet im neuen Fenster) pro Standort bei rund fünf Milliarden US-Dollar.

In diesem Zusammenhang betont Moon World Resorts Inc., die Anlagen nicht selbst errichten oder betreiben zu wollen, sondern als Lizenzgeber aufzutreten. Planung, Marke und geistiges Eigentum sollen bereitgestellt werden, während Investoren vor Ort Bau, Finanzierung und operativen Betrieb übernehmen.

Eine erste Fertigstellung eines solchen Projekts dürfte laut den Verantwortlichen frühestens 2030 erfolgen. Ob und in welchem Umfang Investoren diese Vision tatsächlich umsetzen, bleibt damit eine offene Frage.

Unternehmen mit wenig Transparenz

Auffällig ist zudem, dass es zu dem Unternehmen selbst bislang nur wenige belastbare Informationen gibt. Öffentlich präsentiert wurden etwa auf Facebook einzelne Teammitglieder wie Tom Middleton, der sonst unter anderem als Soundtherapeut und Schlafexperte in Erscheinung tritt.

Als Co-Gründer wird außerdem Michael R. Henderson genannt, zu dem sich online jedoch kaum verlässliche biografische Angaben finden lassen. Die zweite Mitgründerin, Sandra G. Matthews, verfügt immerhin über ein öffentlich einsehbares Linkedin-Profil(öffnet im neuen Fenster) . Dort steht, dass das Designbüro im Jahr 2000 gegründetes Unternehmen als "Vision von zwei kanadischen Unternehmern" gegründet wurde.

Ein Blick auf andere internationale Großprojekte zeigt zudem, wie unsicher die Realisierung solcher Vorhaben sein kann: Zuletzt sorgten Berichte über eine deutliche Verkleinerung des saudi-arabischen Wüstenprojekts The Line für Aufsehen. Das Projekt, ursprünglich als hunderte Kilometer lange lineare Stadt konzipiert, wurde erheblich reduziert(öffnet im neuen Fenster) . Vor diesem Hintergrund bleibt offen, welche der derzeit angekündigten Mega-Entwicklungen tatsächlich in der geplanten Dimension umgesetzt werden.


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