Milliardeninvestitionen: Open-Source-Entwicklung durch Mitarbeiter-Freistellung

Eine gemeinsame Forschungsarbeit(öffnet im neuen Fenster) der Linux Foundation, GitHub und des Laboratory for Innovation Science in Harvard hat in einer Studie, die das finanzielle Fundament der Open-Source-Softwareentwicklung untersucht, Einblicke in die Investitionsmuster von Unternehmen aufgezeigt. Die weltweite Umfrage unter über 500 Unternehmen ergab, dass diese ihre Beiträge zu Open-Source-Projekten hauptsächlich durch den Einsatz von Mitarbeiterzeit und nicht durch direkte finanzielle Zuwendungen erbringen.
Die Studie belegt, dass Konzerne beträchtliche Summen in Open-Source-Initiativen investieren, wobei ein durchschnittliches Unternehmen im Jahr 2023 jährlich 520.600 US-Dollar bereitstellt. Diese Summe umfasst sowohl direkte finanzielle Beiträge als auch den monetären Wert der von Mitarbeitern in Open-Source-Projekte investierten Zeit.
Wenn man die Zahlen auf das gesamte Open-Source-Ökosystem hochrechnet, werden sie sogar noch beeindruckender. Die Studie schätzt, dass jährlich etwa 7,7 Milliarden Dollar in die Open-Source-Entwicklung investiert werden, wobei allein die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen 1,7 Milliarden Dollar dieser Summe ausmachen.
Am aufschlussreichsten ist vielleicht die Feststellung, dass 86 % aller Unternehmensbeiträge zu Open-Source-Projekten in Form von Arbeitsstunden der Mitarbeiter geleistet werden.
Controlling von Open-Source-Entwicklungsausgaben schwer
Die Untersuchung hat auch gezeigt, dass das Controlling von Open-Source-Beiträgen mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Viele Unternehmen tun sich schwer mit der Verfolgung spezifischer Kennzahlen, wie z. B. der Arbeitsstunden, die für Open-Source-Projekte aufgewendet werden, oder dem genauen Prozentsatz ihres Budgets, der für diese Initiativen bereitgestellt wird.
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen haben die Forscher ein umfassendes Toolkit entwickelt, das die Datenerfassungs- und -verfolgungsmöglichkeiten optimieren soll. Sie schlagen vor, systematische Ansätze zur Überwachung von Beiträgen zu implementieren, indem Mitarbeiter dazu angehalten werden, ihre Firmen-E-Mail-Adressen bei Beiträgen zu verwenden, um eindeutige Zuordnungspfade zu etablieren.
Die Studie empfiehlt die Einrichtung von Open Source Program Offices (OSPOs) als zentrale Anlaufstellen für das Management und die Koordination von Open Source-Aktivitäten in Unternehmen.



