Milliardendeal: Infineon verkauft Speichergeschäft an Winbond
Infineon will sein Geschäft mit NOR-Flash- und F-RAM-Speichern an Winbond verkaufen. Der deutsche Halbleiterkonzern hat mit dem taiwanischen Speicheranbieter eine bindende Vereinbarung geschlossen(öffnet im neuen Fenster). Demnach zahlt Winbond für den Bereich 1,12 Milliarden US-Dollar.
Der zum Verkauf stehende Bereich beliefert Kunden aus der Automobilbranche, der Industrie und dem Infrastruktursektor. NOR-Flash speichert Daten auch ohne Strom und ermöglicht einen schnellen Lesezugriff, weshalb er etwa für Firmware verwendet wird. F-RAM bietet hingegen Vorteile, wenn Daten häufig und ohne Verzögerung geschrieben werden müssen.
Rund 350 Beschäftigte betroffen
Ursprünglich gehörte dieser Speicherbereich zu Cypress Semiconductor. Mit dessen Übernahme im April 2020 kam er zu Infineon. Die 350 Beschäftigten, die derzeit für diesen Infineon-Bereich arbeiten, sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur(öffnet im neuen Fenster) zu Winbond wechseln.
Die meisten von ihnen arbeiten in den USA. Beschäftigte in Deutschland sind demnach kaum betroffen. Infineon selbst nennt in seiner Mitteilung weder eine Mitarbeiterzahl noch die betroffenen Standorte.
Trotz des geplanten Verkaufs bleibt Infineon im Speichermarkt aktiv. Mit der Abgabe will sich der Konzern zugleich stärker auf zentrale Wachstumsfelder konzentrieren. Dementsprechend verbleiben bei Infineon SRAM, HyperRAM und nvSRAM sowie strahlungsgehärtete Produkte auf Basis der Sonos-Technik. Das Portfolio deckt auch Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungsbereich ab.
Winbond reaktiviert den Namen Spansion
Winbond ist seit 1987 im Halbleitermarkt aktiv und hat seinen Hauptsitz im Central Taiwan Science Park in Taichung. Dort betreibt der Konzern zwei automatisierte Chipfabriken für 300-mm-Wafer. Neben Flash-Speichern bietet er kundenspezifische Speicherlösungen und Logikchips an. Den übernommenen Bereich will Winbond als eigenständiges Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen San José weiterführen.
Nach dem Abschluss soll es den Namen Spansion tragen. Dieser geht auf einen US-amerikanischen Flash-Speicherhersteller zurück, der 2015 mit Cypress Semiconductor fusionierte. Das gemeinsame Unternehmen trat anschließend unter dem Namen Cypress auf.
Bevor Winbond diese Pläne allerdings umsetzen kann, müssen die zuständigen Behörden der Übernahme allerdings noch zustimmen. Infineon und Winbond rechnen derzeit damit, die Transaktion in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 abschließen zu können.