Milliarden wert und menschenleer: Das Metaverse ist ein simulierter Markt
Apps wie Decentraland und Horizon Worlds versprechen ein Internet zum Anfassen. Doch noch interessiert das kaum jemanden.
Das Metaverse begann als ein Begriff in einem Science-Fiction-Roman, heute ist er das angesagteste Buzzword der Techbranche - und ein Versprechen auf das Internet der Zukunft. Dieses Versprechen ist schon jetzt Milliarden wert, auch wenn zweifelhaft ist, ob sich diese Investitionen auszahlen werden. Meta, der Konzern hinter Facebook, Whatsapp, Instagram und Oculus-VR-Entwickler Reality Labs, setzt voll darauf. Aber auch die Blockchain-Szene beansprucht den Begriff für ihre Idee vom Web3.
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Doch auch ein Jahr nach der Gründung von Meta ist noch nicht ganz klar, was genau das Metaverse ist. Es dominieren Negativschlagzeilen von sexueller Belästigung, peinlichen Virtual-Reality-Selfies und Markenrechtsverletzungen. Das größte Problem von CEO Mark Zuckerbergs aber dürfte sein, dass die Nutzerzahlen bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.
Nicht einmal seine Mitarbeiter selbst nutzen Horizon Worlds, so der Name von Metas Metaverse, gern. "Warum lieben wir das Produkt, das wir entwickelt haben, nicht so sehr, dass wir es ständig verwenden?", fragt ein Entwickler im internen Memo. Wieso also setzen Meta und andere Unternehmen weiterhin auf das Metaverse, auch wenn die Begeisterung noch nicht überspringt?
Im Metaverse gibt's nichts zu tun
Ein Problem hat es mit Alternativen wie Decentraland oder The Sandbox gemein: In den virtuellen Welten gibt es nichts zu tun (g+). Kein Wunder also, dass die 14,8 Millionen Besitzer von Metas VR-Headset Oculus Quest 2 ihre Zeit lieber mit Beat Saber (44,790 Bewertungen im Onlinestore) oder VR Chat (16,771 Bewertungen) verbringen.
Meta Horizon Worlds wird auf der Webseite von Oculus noch nicht einmal auf der Startseite gelistet und hat im Vergleich gerade einmal 2.307 Bewertungen, was Rückschlüsse auf das niedrige Interesse zulässt.
Leaks zufolge werden die aktuell rund 200.000 aktiven User von Monat zu Monat weniger, während sich das Oculus Quest (außer in Deutschland) weiterhin gut verkauft. Dennoch nutzt nur etwas mehr als ein Prozent von ihnen Horizon Worlds. An der VR-Technik selbst liegt das Desinteresse also nicht.
Meta will, dass wir im Metaverse arbeiten
Horizon Worlds soll "ein sich ständig erweiterndes soziales Universum" für Freunde, Spiele und Events sein, verspricht Meta. Nachdem die intern gesetzten Nutzerzahlen nicht erreicht werden, setzt der neue Ansatz von Meta nicht auf die freiwillige Freizeitnutzung, sondern auf den Arbeitsplatz.
Mit Horizon Workrooms wurde gerade erst eine Anwendung für virtuelle Meetings angekündigt. In einer Kooperation mit Microsoft will das Unternehmen außerdem Teams und Office einbinden. Wenn die Leute nicht freiwillig kommen, scheint man sie dort abholen zu wollen, wo sie seit der Coronapandemie ohnehin sind: im Homeoffice.
Dabei veröffentlichten Forscher der Universität Coburg erst im Juli eine Studie, die sich mit der Arbeit in VR befasste. Das Ergebnis: Noch ist die Technologie nicht gut genug für ganze Arbeitstage. Horizon Workrooms lässt sich zwar auch ohne VR nutzen. Ob Mark Zuckerbergs virtuelles Büro mehr Begeisterung auslöst als Horizon Worlds, bleibt aber abzuwarten.
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| Decentraland ist Milliarden wert und trotzdem leer |










OK, Butter bei die Fische... Wie kann ich in AR/VR ebenso wie in der real Reality mit...
Ja, das trifft es. Danke für die sehr ausführliche... Ausführung.... Näher als die...
Letzteres ist vielleicht der Grund für Deine Einschätzung. Das Problem ist nicht...
Sorry, aber nur weil man eine Falschaussage immer wieder widerholt, wird sie nicht...