Milliarden Nutzerkonten: Justizminister Maas will härtere Strafen für Datenhehlerei

Der Bundesjustizminister will die Hehlerei mit gestohlenen Onlinekontodaten härter bestrafen. Gesetzeslücken für die Angebote auf einschlägigen Plattformen sollen geschlossen werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Hold Security hat eine Datenbank mit Milliarden gestohlenen Zugangsdaten entdeckt.
Hold Security hat eine Datenbank mit Milliarden gestohlenen Zugangsdaten entdeckt. (Bild: Andreas Donath/Golem.de)

Die Bundesregierung will als Reaktion auf die jüngste Enthüllung den Handel mit Benutzernamen und Passwörtern stärker strafrechtlich verfolgen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigte im Interview mit der Neuen Presse aus Hannover an: "Wenn Hacker mit krimineller Energie Daten abgreifen, müssen wir dagegen mit der ganzen Härte des Strafrechts vorgehen." Auch der Handel mit rechtswidrig erlangten Daten auf Plattformen im Internet stelle ein sehr ernst zu nehmendes Problem dar. "Wir prüfen derzeit, wie wir im Bereich der Datenhehlerei Strafbarkeitslücken schließen können."

Schon jetzt drohe Datendieben "in besonders schweren Fällen sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren", sagte Maas.

Hold Security hatte über eine Gruppe russischer Datendiebe berichtet, die eine Datenbank mit mehr als einer Milliarde gestohlenen Benutzernamen und Passwörtern für Onlinekonten pflegt. Die Daten sollen von über 420.000 Webseiten stammen, darunter auch große Betreiber.

Den Nutzern riet Maas, regelmäßig ihre Passwörter zu ändern. Aber vor allem seien auch die Anbieter in der Pflicht, die Daten ihrer Kunden bestmöglich zu schützen, sagte Maas.

Zuvor hatte der Minister der Tageszeitung Die Welt gesagt: "Internet-Anbieter sind in der Pflicht, alles zum Schutz der Passwortdaten und persönlicher Daten ihrer Kunden zu tun." Das liege in ihrem eigenen Interesse: Ein Anbieter, bei dem die Kundendaten unsicher sind, werde auch bei den Verbrauchern kein Vertrauen mehr finden.

Der stellvertretende Vorsitzende des Internet-Ausschusses, Gerold Reichenbach (SPD), sagte: "Internetdienstanbieter müssen Kundendaten auf ihren Servern besser schützen. Sichere Passwörter des Einzelnen können die Sicherungsmaßnahmen der Unternehmen nicht ersetzen. Wir brauchen darum dringend ein IT-Sicherheitsgesetz mit klaren Anforderungen und Meldepflichten."

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PC-Flüsterer... 11. Aug 2014

Kaum haben wir Sommerloch, schon trauen sich einige Hinterbänkler aus ihrer Deckung...

Onsdag 11. Aug 2014

Man kann denen ja durchaus auch wirtschaftliche Interessen unterstellen.

Spaghetticode 09. Aug 2014

Und wer soll dann dort strafrechtlich verantwortlich sein? Diese Unternehmen bestehen...

Anonymer Nutzer 08. Aug 2014

Gerade bei Politikern muss man nicht auf Logik hoffen... xD



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