Milk-V Mars: Der Raspberry Pi mit RISC-V-Prozessor
Gleiches Format wie die beliebten Single-Board-Computer, aber mit RISC-V statt ARM kommen zwei SBCs von Milk-V. Außerdem geplant: Eine Workstation mit 64 Kernen.
"So viel RISC-V wie Sterne in der Milchstraße", so lautet das Ziel von Milk-V aus China. Zwei Single-Board-Computer (SBC) und sogar eine Workstation hat das Unternehmen angekündigt. Die SBCs haben große Vorbilder: Der Milk-V Mars gleicht bis auf wenige Details dem Raspberry Pi 3, der Duo dem Raspberry Pi Pico. Daneben plant Milk-V noch eine Workstation namens Pioneer, die über 64 Rechenkerne verfügt.
Während Pioneer und Duo Systems on Chip (SoCs) eines Herstellers namens Sophgo nutzen, sitzt auf dem Mars ein Bekannter: Der JH7110 von Starfive, den wir bereits auf dem Visionfive 2 getestet haben. Mars vergleicht das Board mit dem Raspberry Pi 3, was angesichts der Leistung der vier U74-Kerne passend gewählt ist. Die Platine hat zudem dieselbe Größe, Anschlüsse und SoC sitzen an derselben Stelle. Das Board soll in Gehäuse für den Raspberry Pi 3 passen. Besonders hervor hebt der Hersteller den 40-polige GPIO-Anschluss – ob er mit Modulen für den Raspberry Pi vollständig kompatibel ist, bleibt allerdings offen.
Anders als beim Raspberry Pi ist kein WLAN-Chip verbaut. Um drahtlos kommunizieren zu können, muss ein PCIe-Modul installiert werden. Dafür soll sich das Board nicht nur mittels USB-C-Buchse, sondern auch mittels Power over Ethernet (PoE) versorgen lassen. Neben der SD-Karte kann ein eMMC-Modul als Speicher installiert werden. Milk-V plant Varianten mit 1, 2, 4 und 8 GByte LPDDR4-Speicher.
Linux-fähiges Mikrocontroller-Board
Interessant ist auch der SBC Duo: Im Format des Raspberry Pi Pico bringt er ein SoC mit zwei RISC-V-Kernen unter. Sie sollen mit 1 GHz takten, im Chip-Gehäuse sind zudem noch 64 MByte RAM integriert. Milk-V verspricht, das Board sei Linux-fähig, fraglich ist nur, wie gut der verbaute SB1800B unterstützt wird. Leider finden sich im englischen Teil der Homepage von Sophgo nicht einmal Daten zum SoC.
Das sieht beim SG2042, der in der Workstation namens Pioneer verbaut werden soll, anders aus: Hier findet sich zumindest eine Produktseite mit grundlegenden Informationen. Die bekommen wir aber auch bei Milk-V: Die 64 Kerne takten mit bis zu 2 GHz, es gibt 64 MByte L3-Cache und 1 MByte L2-Cache pro Cluster – wie viele Kerne ein Cluster bilden, bleibt allerdings offen. Laut Hackster.io nutzen die Kerne das Design Xuantie C920 von Alibabas Prozessorsparte T-Head. Es ergänzt den 2018 vorgestellten C910 um eine Vektoreinheit.
Bis zu 120 Watt Leistung nimmt das SoC auf, der DDR4-Speichercontroller hat vier Kanäle. Erweiterungskarten finden Platz in drei PCIe-4.0-x16-Steckplätze, das SoC verfügt aber nur über 32 Lanes. Den professionellen Anspruch unterstreicht die verbaute 10-GBit-Netzwerkkarte X520-DA2 von Intel, für die Grafikausgabe ist eine AMD R5 230 verbaut.
Preis und Verfügbarkeit
Aktuell ist von den auf der Homepage gezeigten Produkten nur der Milk-V Duo erhältlich – und auch nur in China über eine Plattform von Xiaoe Tech. Kosten soll er hier 35 Yuan, mit rund 4,60 Euro ähnlich viel wie das Vorbild. Auf der eigenen Produktseite nennt Milk-V 9 US-Dollar als Verkaufspreis.
Für Mars und die Workstation Pioneer nennt Milk-V aktuell noch keine Preise. Weltweit sollen SBCs und Workstation langfristig über Aliexpress angeboten werden – wann das sein wird, steht allerdings aktuell noch in den Sternen.
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...mit der Software-Unterstützung. V.a. muss die Verfügbarkeit von Treibern für div...
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Mache dir keine Gedanken darüber. Von diesem Laden wirst du eh nie wieder was hören, au...
Wie alle anderen Copy-and-Paste Raspi-Klone. Wild zusammengeschustert mit vermeintlichen...