Militarisierung der Polizei: Kein Roboterhund mehr bei der New Yorker Polizei

Die New Yorker Polizei hat den probeweisen Einsatz des Roboterhundes Spot vorzeitig abgebrochen und das Testexemplar an den Hersteller Boston Dynamics zurückgegeben. Grund hierfür waren Proteste aus der Bevölkerung, die eine immer weiter gehende Militarisierung der Polizei kritisierten, wie die Zeitung New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Insbesondere der Einsatz des Roboterhundes bei einem Einbruch im New Yorker Bezirk Bronx im Februar sowie kürzlich in einer Sozialwohnung in Manhattan sorgten für heftige Kritik an dem Digidog genannten Gerät. Dabei wurde er zum Sinnbild für den übermäßig aggressiven Umgang der Polizei mit den ärmeren Gemeinden. Kritiker verglichen ihn mit einer dystopischen Überwachungsdrohne. Einige fanden das Gerät gruselig.
Der Roboterhund ist rund 80 cm hoch und wiegt 25 Kilogramm. Er kann sich auf vier Beinen fortbewegen und etwa auch Treppen steigen. Dabei filmt er seine Umgebung über eine Kamera. Gesteuert wird der Roboter per Fernsteuerung, etwa mit einem Gamepad.
Sprecher des New Yorker Bürgermeisters nennt den Roboterhund "gruselig"
Der demokratische Stadtrat Ben Kallos fühlte sich an die Roboterhunde in der Folge Metalhead der dystopischen Fernsehserie Black Mirror erinnert. Die Präsenz des Gerätes in New York unterstreiche das, was man gemeinhin als "Militarisierung der Polizei" bezeichne.
Laut der New Yorker Polizei wurde der Mietvertrag mit dem Hersteller Boston Dynamics am 22. April beendet. Eigentlich hätte der Vertrag bis August laufen sollen, teilte der stellvertretende Kommissar der Polizeidienststelle, John Miller, mit. In seinen Augen hätten Kritiker Begrifflichkeiten gefunden, um daraus "irgendwie etwas Böses" zu machen.

Im Gegensatz dazu teilte Bill Neidhardt, Sprecher des Bürgermeisters Bill de Blasio, mit, dass er froh sei, dass der Digidog abgeschaltet wurde. "Er ist gruselig, befremdlich und sendet die falsche Botschaft an die New Yorker," sagte Neidhardt.
Der Einsatz des Roboterhundes durch die New Yorker Polizei fällt in eine zunehmend kritische Auseinandersetzung mit der Polizei. Im vergangenen Jahr war mit George Floyd zum wiederholten Male ein Afroamerikaner durch US-Polizisten umgebracht worden. Dies führte zu weltweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.



