Militärsimulationen: Rotes Kreuz fordert Kriegsrecht in Games

Dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes sind Kriegsspiele nicht realistisch genug: Die Organisation hätte gerne, dass die Grundsätze des humanitären Völkerrechts auch auf dem virtuellen Schlachtfeld gelten - und hat darüber bereits mit Entwicklern wie den Arma-3-Machern gesprochen.

Artikel veröffentlicht am ,
Arma 3
Arma 3 (Bild: Bohemia Interactive)

Nicht nur in GTA 5, auch sonst kommt es in Actionspielen immer wieder mal zu Folterszenen und zu Angriffen auf Verwundete oder medizinisches Personal oder andere zivile Einrichtungen. Und das auch in Games, die sich Mühe geben, als möglichst authentisch zu gelten, etwa Reihen wie Call of Duty oder Battlefield. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) in Genf hat jetzt auf seiner Webseite einen Artikel veröffentlicht, in dem es mehr Realismus in Kriegsspielen fordert. Konkret sollen auch die Grundsätze des humanitären Völkerrechts simuliert werden.

Stellenmarkt
  1. IT-Security Spezialist (m/w/d)
    August Steinmeyer GmbH & Co. KG, Albstadt, Suhl, Dresden
  2. IT Support (m/w/d) - Pflege
    Sozialservice-Gesellschaft des BRK GmbH, SeniorenWohnen Hauptverwaltung, München
Detailsuche

Grund: Die Organisation "sorgt sich, dass bestimmte Spieleszenarios zu einer Bagatellisierung von ernsten Verletzten des Kriegsrechts führen". Solche Verstöße könnten dann auf echten Schlachtfeldern einfacher als akzeptables Verhalten wahrgenommen werden. Das IKRK betont, dass es nicht um die generelle Gewaltdebatte oder gar um Verbote gehe, und auch zu Fantasy- oder Science-Fiction-Szenarios will sich das Komitee ausdrücklich nicht äußern.

Es arbeitet bereits mit Entwicklern zusammen, um sie für das Thema zu sensibilisieren und sie bei der Umsetzung zu beraten. In einem parallel veröffentlichten Video kommen vor allem Mitarbeiter von Bohemia Interactive zu Wort, die derzeit mit der Fertigstellung von Arma 3 beschäftigt sind. Das Studio aus Prag beliefert nach eigenen Angaben das Militär von mehreren Nato-Staaten, die damit ihre Soldaten trainieren lassen. Das Kriegsrecht spielt in dem Game aber bislang kaum eine Rolle. Ivan Buchta, Kreativchef von Arma 3, sieht die Initiative positiv: "Wir lernen etwas Neues, was wir in das Spiel einbauen können, wir werden authentischer."

Das Thema Kriegsrecht in Militärsimulationen spielt immer wieder mal eine Rolle: So haben 2009 zwei Schweizer Verbände herausgefunden, dass so gut wie jedes Spiel gegen die internationalen Vorgaben verstößt. Und das auch an Stellen, die weniger offensichtlich sind als etwa eine Foltermission: Bereits das Schießen aus einem Helikopter bei Nacht ist problematisch, weil dabei auch Zivilisten in Gefahr geraten könnten.

Golem Karrierewelt
  1. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    31.08.2022, Virtuell
  2. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    21.-23.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes ist übrigens nur locker mit dem Deutschen Roten Kreuz verbunden, gehört aber ebenso der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung an. Das IKRK kümmert sich auch in anderen Bereichen darum, die Regeln des Völkerrechts bekanntzumachen, und berät immer wieder die Produzenten etwa von Kriegsfilmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Sharkuu 17. Dez 2013

du sagst, sie wollen dann nichtmehr arbeiten. dann müssen sie etwas anderes spielen...

winterkoenig 08. Okt 2013

Dann hast du entweder fast nichts dazu gelesen oder das meiste ganz schnell wieder...

Kasabian 08. Okt 2013

Manning jetzt sagen. Wenn er dürfte und könnte und nicht gerade als Freiheitskämpfer, zur...

flow77 07. Okt 2013

Kennt ihr die Southpark Folge Sarcastaball? So ähnlich würden die Spiele dann ablaufen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mit Aliens reden
Quantenkommunikation soll interstellar möglich sein

Mithilfe von Quanten soll es möglich sein, über interstellare Distanzen Informationen auszutauschen und mit Aliens zu reden.

Mit Aliens reden: Quantenkommunikation soll interstellar möglich sein
Artikel
  1. Lennart Poettering: Systemd-Gründer wechselt offenbar zu Microsoft
    Lennart Poettering
    Systemd-Gründer wechselt offenbar zu Microsoft

    Der einflussreiche Entwickler Lennart Poettering hat offenbar den Linux-Distributor Red Hat verlassen und wechselt zur Konkurrenz.

  2. Mobile Device Management mit Microsoft Intune
     
    Mobile Device Management mit Microsoft Intune

    Neben PCs sind mobile Endgeräte aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Der Onlinekurs der Golem Karrierewelt zu Microsoft Intune hilft, ihren Einsatz zu optimieren.
    Sponsored Post von Golem Karrierewelt

  3. Marriott International: Hotelkette von Datenleck betroffen
    Marriott International
    Hotelkette von Datenleck betroffen

    Die Hotelkette Marriott International vermeldet das dritte Datenleck innerhalb von vier Jahren. Auch Kredikartendaten sind betroffen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Red Friday: Mega-Rabatt-Aktion bei Media Markt • LG OLED TV 77" 120 Hz günstig wie nie: 2.399€ • Amazon-Geräte günstiger • AMD Ryzen 5 günstig wie nie: 125€ • EVGA RTX 3090 günstig wie nie: 1.649€ • MindStar (MSI 31,5“ 165Hz 369€) • Der beste 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /