Militärpanne mit Postsendung: Kriegsschiff mittels Bluetooth-Tracker geortet
Niederländischen Reportern ist es gelungen, anhand eines kleinen Bluetooth-Trackers im Wert von lediglich fünf Euro ein 500 Millionen Euro teures Kriegsschiff der niederländischen Marine zu orten. Das berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf einen Bericht des niederländischen Rundfunksenders Omroep Gelderland(öffnet im neuen Fenster). Der Tracker soll erst nach 24 Stunden entdeckt und deaktiviert worden sein.
Bei dem betroffenen Schiff handelt es sich den Angaben zufolge um die HNLMS Evertsen, die vor einigen Monaten im Rahmen einer Nato-Übung erfolgreich Schwärme von Luft- und Wasserdrohnen abwehren konnte. Aufgabe der Fregatte soll es derzeit sein, den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle vor möglichen Raketenangriffen zu schützen.
Der Bluetooth-Tracker gelangte den Angaben zufolge durch eine Postsendung auf das Schiff. Die Besatzung darf laut Bericht Post und Pakete empfangen. Einfache Briefe und Grußkarten werden vor der Verladung auf das Schiff aber offenkundig nicht sehr sauber geprüft. Durch eine unscheinbare Sendung mit einer Postkarte und dem kleinen Ortungsgerät konnten die Reporter die Position des Kriegsschiff daher leicht ermitteln.
Von Kreta bis nach Zypern verfolgt
Dem Bericht zufolge blieb der Tracker nach dem Eintreffen auf dem Schiff für rund 24 Stunden aktiv. Zur Zeit der Ortung soll sich die HNLMS Evertsen zunächst im Hafen von Iraklio (auch bekannt als Heraklion) auf Kreta aufgehalten und sich anschließend westlich entlang der Insel und danach Richtung Zypern bewegt haben. Erst als die Fregatte in der Nähe von Zypern war, wurde der Tracker wohl entdeckt und deaktiviert.
Laut Aussage des niederländischen Militärs wurde der Tracker beim Sortieren der Post gefunden. Offenbar fand die Überprüfung der Postsendungen auf der HNLMS Evertsen also erst statt, nachdem sich diese schon längere Zeit auf dem Schiff befanden. Das dürfte sich aber nun ändern. Den Angaben zufolge will das niederländische Verteidigungsministerium seine Postrichtlinien überarbeiten.
Die Position der Trägergruppe um die Charles de Gaulle wurde erst kürzlich durch eine unachtsame Nutzung der Fitness-App Strava offengelegt. Ein Marineoffizier hatte die App in Verbindung mit seiner Smartwatch verwendet, um seine Joggingrunden an Deck aufzuzeichnen. Da das Profil des Offiziers öffentlich war, konnten Reporter darüber leicht die Position des Flugzeugträgers ermitteln.
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