Militärische Kooperation: Starlink im Fadenkreuz von Russland und China
Ein nichtöffentliches Treffen russischer und chinesischer Militärplaner, das einem Bericht des Spiegel(öffnet im neuen Fenster) zufolge Ende 2023 in Guangzhou stattfand, soll sich offenbar um die Frage gedreht haben, wie stark westliche Streitkräfte ohne Starlink ins Wanken geraten würden.
Dem Bericht zufolge diskutierten Offiziere beider Länder ausführlich über westliche Militärtechnik auf dem Schlachtfeld. Neuere Panzer kamen zur Sprache, darunter der amerikanische AbramsX, der deutsche KF51 Panther von Rheinmetall sowie der deutsch französische EMBT. Die Panzer sollen bei dem Treffen jedoch nur eine Nebenrolle gespielt haben.
Internetzugang für Drohnen
Das von Elon Musks SpaceX aufgebaute Satellitennetz zog Teilnehmern zufolge die größte Aufmerksamkeit auf sich. Starlink wurde seit Beginn der russischen Invasion zu einem zentralen Baustein der ukrainischen Kommunikation, Koordination und Kriegsführung.
Die Ukraine drängte nach Kriegsbeginn auf den Zugang zu dieser Technologie. Mychajlo Fedorow, damals Minister für digitale Transformation und heute Verteidigungsminister, wandte sich direkt an Musk. Das Land erhielt Zehntausende Starlink-Terminals, zum Zeitpunkt des berichteten Treffens in Guangzhou sollen mehr als 40.000 Geräte in der Ukraine im Einsatz gewesen sein.
Russland kennt die Alternative bereits
Russische Streitkräfte erlebten bereits, wie sich der Verlust dieses Zugangs anfühlt. Im Februar 2026 wurde die Starlink-Verbindung für russische Einheiten in der Ukraine unterbrochen, ein Ausfall, der Russland zu einer mit chinesischer Unterstützung entwickelten Alternative drängte.
Diese besteht aus einem Netz aus Funkmasten und Drohnen entlang der Front. Es erlaubt russischen Truppen, die Verbindung zu halten, und ermöglicht es dem Militär offenbar auch, Drohnenschwärme zu steuern, die ihre Ziele mitten im Flug wechseln können. Eine Fähigkeit, die teilweise auf chinesische technische Unterstützung zurückgeführt wird.
Folgen, die über die Ukraine hinausreichen
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Ukraine. Eine ernsthafte Störung von Starlink könnte mehrere westliche Streitkräfte treffen, die sich zunehmend auf das System verlassen. Ein hochrangiger US-Militärvertreter wird mit den Worten zitiert, das System sei tief in die amerikanischen Kommandostrukturen eingebettet und ein Ausfall würde erhebliche Probleme verursachen.
Auch eine rechtliche Dimension ist zumindest theoretisch von Bedeutung. Nach Nato-Doktrin kann ein schwerwiegender Cyberangriff auf die Infrastruktur eines Mitgliedstaats, nicht nur ein physischer Angriff, unter Umständen Artikel 5 auslösen, die Beistandsklausel des Bündnisses.


