Militärische Aufklärung: Deutsche Drohnen in der Ukraine im Einsatz

Das Verteidigungsministerium liefert 43 unbewaffnete Flugdrohnen in die Ukraine, dazu Technik zur Abwehr derartiger Systeme. Die Rede ist auch von bis zu 20 Seedrohnen.

Artikel von Matthias Monroy veröffentlicht am
Die Vector-Drohne kann zur Scorpio umgebaut werden.
Die Vector-Drohne kann zur Scorpio umgebaut werden. (Bild: Quantum Systems)

Die Ukraine hat eine erste Lieferung von Aufklärungsdrohnen aus Deutschland erhalten. Sie stammen von der Firma Quantum Systems, die ihren Hauptsitz in Gilching in der Nähe von München hat. Ein Teil der Drohnen soll laut einer Pressemitteilung bereits im Einsatz sein. Die Übergabe weiterer Luftfahrzeuge befindet sich demnach "in der Vorbereitungs- und Bearbeitungsphase".

Inhalt:
  1. Militärische Aufklärung: Deutsche Drohnen in der Ukraine im Einsatz
  2. ''Kampfpaket'' für größere Reichweite

Unbemannte Systeme spielen im Ukrainekrieg eine immer größere Rolle. Bewaffnete Drohnen aus der Türkei haben aufseiten des russischen Militärs für größere Verluste gesorgt, mangels eigener Kampfdrohnen setzt die Regierung in Moskau nun auf Importe aus dem Iran. Beide Seiten setzen außerdem sogenannte Kamikazedrohnen ein, die mit einem Sprengkopf über dem Gegner kreisen und sich bei günstiger Gelegenheit ins Ziel stürzen.

66 russische Aufklärungsdrohnen abgestürzt

Von Bedeutung sind aber auch Drohnen zur Aufklärung, um gegnerische Stellungen auszuspähen oder den Beschuss der eigenen Artillerie zu justieren. Russland fliegt hierzu vorwiegend Drohnen des Typs Orlan-10, von denen nach einer Aufstellung des Militärblogs Oryx mindestens 66 Exemplare nach feindlichem Beschuss, elektronischer Störung oder Bedienungsfehlern abgestürzt sein sollen. In großem Umfang kommen auf beiden Seiten auch kommerzielle Quadrokopter zur Beobachtung aus der Luft zum Einsatz.

Die unbemannten Luftfahrzeuge aus Gilching heißen Vector. Extrem leise Elektromotoren sollen dafür sorgen, dass ihr Anflug möglichst nicht bemerkt wird. Nach einem Angriff anderer Einheiten können die Vector-Drohnen dem Hersteller zufolge außerdem zur "Schadensdokumentation" eingesetzt werden. Schließlich könnten die Luftfahrzeuge auch Kriegsverbrechen aus der Luft feststellen und dokumentieren.

Exportgenehmigung mit Überholspur

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Die Drohnen werden aus Mitteln der deutschen Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung finanziert. Der Handel soll durch Vermittlung des ukrainischen Konsuls in München zustande gekommen sein. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und das Verteidigungsministerium, die für Exportgenehmigungen ansonsten mehrere Monate benötigten, hätten die Lieferung an die Ukraine in einem "sehr viel schnellerem Verfahren" abgewickelt.

Der Stückpreis für die Starrflügler-Drohnen mit einer Spannweite von 2,80 Metern soll bei 180.000 Euro liegen. Mit drei schwenkbaren Propellern kann die Drohne senkrecht starten und landen und ist dadurch von Rollfeldern unabhängig. Soweit bekannt liegt ihre Ausdauer bei rund zwei Stunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 70 km/h.

Als 2-in-1-System kann die Vector-Drohne ohne Werkzeug zu einem reinen Drehflügler umgebaut werden. Ohne ihre Flügel reduzieren sich Gewicht, Spannweite und Flugzeit deutlich, die Nutzlast bleibt aber gleich. Die derart entstandene Helikopterdrohne nennt der Hersteller Scorpio.

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''Kampfpaket'' für größere Reichweite 
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