Militär: US Air Force nutzt Kubernetes für neuen B-21-Stealth-Bomber

Das US-Militär will die Softwareentwicklung wesentlich beschleunigen. Das könnte ein moralisches Dilemma für die Open-Source-Community sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Der B-21 Raider wird wie der B-2 Spirit auch Atombomben tragen können.
Der B-21 Raider wird wie der B-2 Spirit auch Atombomben tragen können. (Bild: US Air Force)

Nicht nur Unternehmen wie Microsoft, IBM und SAP scheinen Kubernetes für die Containerisierung von Software zu nutzen. Auch die US Air Force verwendet das Open-Source-Programm für eigene Zwecke. So wurde es etwa im Zusammenhang mit dem kommenden Tarnkappenbomber B-21 Raider genutzt. "Unser B-21-Team hat gerade containerisierte Software mit Kubernetes auf flugbereiter Hardware ausgeführt", teilte Will Roper, Assistant Secretary of the Air Force, auf LinkedIn mit.

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Das US-Militär will die Entwicklung und Implementation von neuer Software für eigene Projekte beschleunigen. Das Aufteilen von größeren Programmen in Microservices und deren Containerisierung soll ein Schritt in Richtung des Ziels von DevStar sein. Das ist eine Initiative der Air Force, die laut eigenen Aussagen "gefechtseffiziente Kampfmöglichkeiten in relevanter Geschwindigkeit" entwickelt. Derzeit dauere es teilweise noch Monate oder sogar Jahre, um etwa neue Waffensysteme und Tests für Flugzeuge bereit zu machen.

Open Source für Atombomber

Unter dem Linkedin-Post gibt es einige kritische Stimmen, die in der Ankündigung teils nichts Besonderes sehen. "Alle Menschen in der privaten Wirtschaft schütteln die Köpfe und wundern sich, warum das - was fast überall anders gewöhnlich ist - etwas zum Feiern ist", schrieb etwa der Unternehmer Mark Montgomery. Zudem ist es sonderbar, dass die US Air Force Details zum Entwicklungsprozess des B-21 Raider preisgibt. Möglicherweise will das Militär, dass konkurrierende Nationen ihr Augenmerk darauf legen, so dass andere Prozesse zunächst unbeachtet bleiben. Da Kubernetes Open Source ist, könnte die Verwicklung der Air Force in das Projekt sowieso in Zukunft preisgegeben werden.

Es stellt sich die moralische Frage, inwieweit die Open-Source-Community um das Tool zum B-21-Projekt steht. Der Nachfolger des Northrop Grumman B-2 Spirit soll ab 2025 fliegen, ähnliche Stealth-Fähigkeiten besitzen und das bekannte Nurflügler-Design verwenden. Der Bomber soll konventionelle Sprengköpfe tragen können, wird aber auch für nukleare Waffen nutzbar sein. Allein das ist sicher ein Argument für einige Entwicklerteams, ihre Verwicklung in Kubernetes zu hinterfragen. Es wird sich zeigen, wie das dann aussieht.

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BoMbY 06. Jun 2020

Das ganze Konstrukt mit Kubernetes und Docker ist zwar ganz toll wenn es mal läuft, aber...

GodsBoss 05. Jun 2020

Wo bleibt dann der Krieg gegen den Iran? Immer nur Rhetorik! Über Nordkorea hält...

1e3ste4 05. Jun 2020

Dritter Punkt stimmt nicht ganz, denn "kostenlose Nutzung" würde daraus schließen, dass...



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