Militär: Südkorea verspricht U-Boote mit Hotel-Komfort

Südkorea bewirbt sich intensiv um den Großauftrag für das Canadian Patrol Submarine Project(öffnet im neuen Fenster) (CPSP). Das berichtet die Korea Post(öffnet im neuen Fenster) . Im Rahmen eines Staatsbesuchs in Kanada positionierte sich das Land als Technologielieferant für die geplante Modernisierung der kanadischen Marine.
Kang Hoon-sik, Stabschef des südkoreanischen Präsidenten, betonte dabei einen ungewöhnlichen Fokus: den Komfort der Besatzung. Angesichts der extremen Bedingungen in der Tiefsee und wochenlanger Isolation sollen die neuen U-Boote den Standard eines "5-Sterne-Hotels" bieten, um die Attraktivität des Dienstes für junge Soldaten zu erhöhen.
Statt des üblichen Schichtwechsels in geteilten Kojen soll jedes Besatzungsmitglied beispielsweise einen eigenen Rückzugsort mit individueller Klimaregelung und integriertem Entertainment-System erhalten. Durch einen extrem hohen Automatisierungsgrad soll ferner die Arbeitsbelastung gesenkt werden, während moderne Schalldämmung und verbesserte Belüftung die Lebensqualität während der bis zu 60 Tage dauernden Missionen verbessern sollen.
Milliardenprojekt zur Sicherung von drei Ozeanen
Bei dem CPSP-Vorhaben geht es um die Anschaffung von bis zu 12 konventionellen U-Booten mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 60 Milliarden kanadischen Dollar (ca. 37 Milliarden Euro). Ziel ist es, die veraltete Victoria-Klasse zu ersetzen, deren Dienstzeit Ende der 2030er Jahre ausläuft. Die Anforderungen Kanadas sind hoch: Gefordert ist ein dieselelektrischer Antrieb mit einer Reichweite von mindestens 13.000 Kilometern bei 8 Knoten sowie die Fähigkeit, durch bis zu einem Meter dickes arktisches Eis aufzutauchen. Zudem müssen die Schiffe mindestens 21 Tage ununterbrochen getaucht bleiben können und Platz für eine 60-köpfige gemischte Crew bieten.
Thyssenkrupp setzt auf den Typ 212CD
Als direkter Konkurrent zum südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean gilt das deutsche Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Die Deutschen schicken den Typ 212CD ins Rennen, der bereits für Norwegen und Deutschland produziert wird. Diese U-Boote verfügen über eine Länge von 73 Metern und eine getauchte Verdrängung von etwa 2.800 Tonnen. Ein zentrales Merkmal ist das außenluftunabhängige Antriebssystem (AIP), das besonders lange Tauchzeiten ermöglicht. Bewaffnet ist der Typ 212CD mit vier 533-mm-Torpedorohren, die neben Torpedos auch IDAS-Raketen zur Flugabwehr und zur Bekämpfung von Landzielen verschießen können.
Südkorea muss nun beweisen, dass die versprochene Wohnlichkeit nicht zu Lasten der militärischen Zuverlässigkeit geht, während TKMS auf bewährte Stealth-Technik setzt. Das erste U-Boot der neuen Flotte soll spätestens 2035 an Kanada ausgeliefert werden.



