Militär: Neue Aufnahmen vom chinesischen Trimaran-Überwasserschiff

Es gibt neue Bilder vom unbemannten chinesischen Trimaran-Oberflächenfahrzeug (USV), einem getarnten Überwasserschiff. Die neusten Aufnahmen zeigen das Gefährt beim Einsatz auf dem Wasser, wozu es auch ein Video (vom 9. November 2024)(öffnet im neuen Fenster) gibt. Am 7. November 2024(öffnet im neuen Fenster) waren bereits Bilder aus Bodennähe aufgetaucht. Diese zeigen ein Flugdeck für Drohnenhubschrauber.
Anzumerken ist, dass chinesische Luftfahrtunternehmen in den letzten Jahren(öffnet im neuen Fenster) eine wachsende Zahl unbemannter Hubschrauber entwickelt haben(öffnet im neuen Fenster) . Einige von ihnen sind auf maritime Anwendungen ausgelegt(öffnet im neuen Fenster) .
Auf einem hochauflösenden Satellitenbild(öffnet im neuen Fenster) der Werft Guangzhou Shipyard International (GSI) auf Longxue Island - einer Insel südöstlich der Stadt Kanton (oder Guangzhou genannt) im Süden der Volksrepublik - ist das Trimaran-USV ebenfalls zu erkennen.
Worum handelt es sich bei dem Schiff?
Zu den Bildern gehört auch eine Seitenansicht eines Modells(öffnet im neuen Fenster) des Schiffs. Sie zeigt auf der Vorderseite eine Reihe von Fenstern, die auf eine optionale Besatzung hinweisen. Bei dem neuen chinesischen Trimaran-USV könnte es sich laut einem Modellschiff um das 300-Tonnen-Verdrängungsdesign von Jari-USV-A handeln.
Ein weiteres Indiz: Es wird seit dem Jahr 2022 in Kanton gebaut. Laut einem Bericht von Naval News(öffnet im neuen Fenster) könnte der eigentliche Bauherr die Huangpu-Werft sein - denn Huangpu und GSI sind beide Tochtergesellschaften der staatlichen China State Shipbuilding Corporation (CSSC).
Der Name Jari leitet sich vom Jiangsu Automation Research Institute ab, das auch an der Entwicklung eines kleineren Jari-USV(öffnet im neuen Fenster) mit 20 Tonnen Verdrängung und traditionellem Rumpfprofil beteiligt war.
Weitere Ansichten des Überwasserschiffs: Was zeigen die Details der Bilder?
Die Seitenansichten sowie die Ansicht von hinten zeigen auch eine facettierte integrierte Maststruktur mit einer zusätzlichen Verlängerung an der Spitze. Oben sind eine rotierende Navigationsradarantenne für die Schifffahrt sowie mehrere Sensortürme zu sehen, die mit elektrooptischen und Infrarotkameras ausgestattet sind.




Diese Sensoren wären nur für den halbautonomen Betrieb erforderlich. Sie dienen der Konfliktvermeidung mit anderen Schiffen auf See sowie der Überwachungs- und Zielerfassungs-/Zielverfolgungsfunktionen.
Rechteckige Abschnitte an verschiedenen Stellen weiter unten an der Maststruktur weisen zumindest auf die Vorkehrungen für zusätzliche Radarsysteme und Systeme für elektronische Kampfführung/elektronische Unterstützung (EW/ESM) hin.
Bereit für den Kampfeinsatz?
Eine vertikale Abschusseinrichtung (VLS) ist bei einem Modell auf der Navdex 2023 in Abu Dhabi(öffnet im neuen Fenster) (Naval Defence & Maritime Security Exhibition) zu sehen. Mit einer Mischung aus Raketen, Torpedos und Geschützen könnte das USV laut einem Beitrag auf The Warzone(öffnet im neuen Fenster) bei der Unterstützung von Missionen zur Bekämpfung von Über- und Unterwasserzielen eingesetzt werden.
Der Drohnenhubschrauber könnte dabei helfen, Ziele zu erkennen und zu verfolgen. Sie könnten auch als Netzwerkrelais und kinetische Plattform eingesetzt werden. Aufgrund ihres geringen Tiefgangs wären sie optimal für den Einsatz in Küstengebieten geeignet. Katamaran-Raketenboote vom Typ 022(öffnet im neuen Fenster) mit ähnlicher Größe gehören zu den Schiffen, die die Marine der Volksbefreiungsarmee (Plan) derzeit für solche Missionen einsetzt.
Ob das neue unbemannte Wasserfahrzeug als Einsatzplattform oder nur als Testplattform für zukünftige Entwicklungen dienen soll, ist unklar. Naval News vermutet(öffnet im neuen Fenster) , dass es sich bei dem Trimaran-Drohnenboot eher um Testplattformen handelt.



