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Militär: Drei neuartige Militärtechnologien kommen aus Asien

Angesichts aktueller Konfliktherde rückt die Entwicklung von Militärtechnik stärker in den Blick. China, Japan und die Türkei haben neue Systeme vorgestellt.
/ Patrick Klapetz
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Collage: die japanische Railgun (l.o.), die türkische Laserabwehrtechnik (l.u.) und die chinesische Graphitbombe (r.) (Bild: JMSDF, Aselsan, Douyin)
Collage: die japanische Railgun (l.o.), die türkische Laserabwehrtechnik (l.u.) und die chinesische Graphitbombe (r.) Bild: JMSDF, Aselsan, Douyin

In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen investieren viele Staaten verstärkt in militärische Technologien – darunter auch China, Japan und die Türkei. Sie haben in den vergangenen Wochen neue militärische Systeme vorgestellt: eine Graphitbombe, eine Railgun und ein Laser-Raketenabwehrsystem für Hubschrauber.

China entwickelt Waffe zur Stromnetzstörung

Ende Juni 2025 haben chinesische Staatsmedien die Entwicklung einer Graphitbombe vorgestellt. Die Waffe wird laut der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) als Stromnetzstörer bezeichnet.

Dem Bericht zufolge handelt es sich um eine landgestützte Rakete mit 90 Submunitionen. Sie wird von einem landgestützten Fahrzeug aus gestartet, bevor sie die Submunition freisetzt. Diese Kanister prallen beim Aufprall ab, bevor sie in der Luft detonieren und feine, chemisch behandelte Kohlenstofffäden verstreuen, die die Hochspannungsinfrastruktur kurzschließen sollen.

Diese können Kurzschlüsse in Hochspannungsanlagen und großflächige Stromausfälle in einem Gebiet von schätzungsweise 10.000 Quadratmetern verursachen. Die Rakete hat eine Reichweite von 290 Kilometern und einen 490 Kilogramm schweren Sprengkopf. Sie soll Kommandozentralen lahmlegen, indem sie Umspannwerke und Stromnetze angreift. Die genaue Einsatzfähigkeit und der Entwicklungsstand sind nicht bekannt.

Japan präsentiert Energiewaffe

Währenddessen haben im Frühjahr die japanischen maritimen Selbstverteidigungskräfte neue Bilder einer Railgun auf dem Testschiff JS Asuka veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster). Railguns gelten als potenziell kosteneffizient. Allerdings bringt der Betrieb technische Herausforderungen mit sich. Es kommt zu einer großen Belastung der inneren Teile der Waffe. Dies liegt an den elektrischen und magnetischen Feldern, die verwendet werden, um ihre Geschosse auf Hyperschall zu beschleunigen.

Das Programm wurde 2016 gestartet. 2018 wurden Tests durchgeführt, bei denen das System eine Mündungsgeschwindigkeit von etwa 2.230 Metern pro Sekunde (Mach 6,5) erreichte. Die ersten Tests mit scharfer Munition begannen im Jahr 2022. Die anfänglichen Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf die Stabilität der Projektile bei Hyperschallgeschwindigkeiten und die Verringerung des Laufverschleißes. Ziel ist es, die Ladungsenergie von fünf Megajoule (MJ) auf voraussichtlich 20 MJ zu erhöhen.

Türkei lenkt Raketen mit Lasern ab

In der Türkei hat man sich auf ein anderes System konzentriert. Der Rüstungskonzern Aselsan (Hauptsitz in Ankara) hat mit Yildirim-100 ein Laserwaffensystem entwickelt(öffnet im neuen Fenster). Es soll in der Lage sein, anfliegende Raketen durch gezielte Laserimpulse von ihrem Kurs abzubringen.

Solche Systeme – im Fachjargon Directed Infrared Countermeasures (DIRCM) – setzen auf das Erkennen und gezielte Blenden von Raketensuchköpfen. Anders als bei konventionellen Täuschkörpern erfolgt der Eingriff elektronisch und ohne zusätzliche Munition. Im Test war das System auf einem Doppelturm montiert und deckte einen Rundumbereich ab.

Anders als bei anderen Abwehrsystemen, bei denen etwa Täuschkörper (Flares) abgeschossen werden, benötigt dieses System lediglich Strom. Abwehrsysteme wie das US-amerikanische Patriot verursachen bei jedem Schuss Kosten von vier Millionen US-Dollar.

Allerdings sind solche Abwehrmaßnahmen riskant. Bei Angriffen auf Flugzeuge oder Schiffe(öffnet im neuen Fenster) stürzen die geblendeten Raketen meist ins Meer oder verschwinden in der Atmosphäre. Auf Land oder in Städten, wie sie derzeit in der Ukraine angegriffen werden, ist jedoch unkontrollierbar, wohin die Rakete stürzt.


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