Mikrotransaktionen: Battlefront 2 im Bayerischen Landtag
Der Bayerische Landtag fordert von der eigenen Landesregierung eine Prüfung, ob Mikrotransaktionen in Computerspielen ausreichend im deutschen Jugendschutzsystem berücksichtigt werden. Das ist das Ergebnis einer längeren Diskussion im Parlament, wobei gleich zwei Anträge angenommen wurden, die beide bundesweite Auswirkungen haben könnten.

Besonders weit geht eine von der SPD erhobenen Forderung(öffnet im neuen Fenster) : "Aus jugendpolitischer Notwendigkeit ist zu überprüfen, inwieweit Lootboxen aufgrund ihrer Suchtgefahr als Glücksspielelemente in Computerspielen mit der Altersfreigabe 'ab 18' versehen werden müssen."
Ein solcher Automatismus – der die Spielebranche durchaus treffen dürfte – ist im gleichzeitig verabschiedeten Antrag der CSU-Fraktion(öffnet im neuen Fenster) nicht zu finden. Die Christsozialen wollen, dass sich die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) mit den Lootboxen beschäftigt. Die KJM – die ihren Sitz in München hat, aber für ganz Deutschland zuständig ist – kümmert sich ansonsten unter anderem um den Jugendschutz in Onlinespielen.
Eigentlicher Auslöser der Diskussion im Bayerischen Landtag war ein Antrag der Freien Wähler(öffnet im neuen Fenster) , der allerdings nach einer längeren Diskussion, bei der es vor allem um die Mikrotransaktionen in Star Wars Battlefront 2 ging, abgelehnt wurde. Die Freien Wähler wollten wie die SPD, dass Spiele mit Lootboxen oder vergleichbaren Inhalten "erst ab 18 Jahren erwerbbar sind" , dafür sollte allerdings neben der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) auch gleich noch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zuständig sein.
In allen drei Anträgen wie auch in der Parlamentsdebatte(öffnet im neuen Fenster) wurde eine Einschränkung des Verkaufs von Spielen mit Lootboxen damit begründet, dass die Glücksspielelemente – wie sie ursprünglich für Star Wars Battlefront 2 geplant waren – besonders bei Kindern und Jugendlichen die Suchtwirkungen von Games weiter verstärken könnten.

Die Freien Wähler hatten außerdem argumentiert, dass zum Mithalten etwa in Multiplayerpartien Druck aufgebaut werde, "echtes Geld einzusetzen, um notwendige Spielelemente zu erlangen." In der Debatte im Landtag wurde sogar eine Zahl genannt: Zusätzlich zum Kauf des Spiels für rund 70 Euro sei es unter Umständen nötig, "bis zu 2.000 Euro zu investieren, um den gewünschten Spielerfolg zu haben."
In den vergangenen Wochen hatten bereits Politiker und Behörden in den Niederlanden, in Belgien und in Frankreich verlangt, sich mit den Glücksspielelementen in Vollpreisspielen zu beschäftigen. Ende November 2017 hatten dann auch Politiker im US-Bundesstaat Hawaii angekündigt, gemeinsam mit Vertretern anderer Bundesstaaten gegen Mikrotransaktionen und Lootboxen in Spielen wie Star Wars Battlefront 2 vorzugehen.
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