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Mikrogravitation: Plasmaofen zur Chipherstellung geht im Orbit in Betrieb

Über 1.000 °C hat ein Fertigungsofen im niedrigen Erdorbit erreicht. Er soll zukünftig hochreine Halbleiter mit perfekter Struktur produzieren.
/ Mario Petzold
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Die Chips aus dem Weltall sollen wesentlich leistungsstärker sein als mit den aktuellen Fertigungsmethoden. (Bild: Space Forge)
Die Chips aus dem Weltall sollen wesentlich leistungsstärker sein als mit den aktuellen Fertigungsmethoden. Bild: Space Forge

Das Start-up Space Forge aus Cardiff, Großbritannien, hat laut Techspot(öffnet im neuen Fenster) seine im letzten Sommer in den niedrigen Erdorbit beförderte Chipfertigung erfolgreich getestet. Das Gerät namens Forgestar-1 ist so groß wie eine Mikrowelle und soll zukünftig hochreine Halbleiterkristalle herstellen.

Die Bedingungen im Orbit erscheinen genau dafür perfekt zu sein. Die Mikrogravitation erlaubt das Wachstum von nahezu perfekten Kristallstrukturen. Gleichzeitig ist es fast komplett ausgeschlossen, dass Verunreinigungen in das Material gelangen.

CEO Josh Western nennt eine erreichbare Reinheit der Halbleiter, die um den Faktor 4.000 über derzeit genutzten Halbleitern liegt. Mit der Aufrechterhaltung des nötigen Plasmas im Erdorbit sei jetzt der wichtigste Schritt für die zukünftige Fertigung gemacht worden.

Serienproduktion in Vorbereitung

Eine größere Version der Halbleiterfertigung sei darüber hinaus bereits in Arbeit. Damit soll ausreichend Material für 10.000 Prozessoren gefertigt werden können.

Für die Rückreise zur Erdoberfläche gibt es bereits eine Lösung. Ein sich auffaltendes Hitzeschild namens Pridwen(öffnet im neuen Fenster) , laut der Sage das Schild von König Arthur, wurde bereits in der Schwerelosigkeit getestet. Der praktische Test beim Wiedereintritt in die Atmosphäre inklusive Landung auf der Erdoberfläche steht allerdings noch aus.

Bei der Entwicklung einer geeigneten Technik für den Rücktransport zur Erde steht Space Forge nicht allein da. Auch andere Start-ups planen, die besonderen Bedingungen mit Beinahe-Vakuum und Beinahe-Schwerelosigkeit für sich zu nutzen. Das ebenfalls britische Unternehmen Bio Orbit(öffnet im neuen Fenster) etwa will die Medikamentenherstellung auf diese Weise optimieren.


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