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Mikro-Wasserkraft: Mehr als 100 Jahre alte Technik für das Stromnetz der Zukunft

An Sachsens Flüssen reihen sich Hunderte Wasserkraftwerke im Kleinformat auf. Einige von ihnen sind 100 Jahre alt und werden gerade fit für die Zukunft gemacht.
/ Mario Petzold
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Anno Trost und Jörg Richter (von links) vor einem über 100 Jahre alten Teil einer Wasserkraftanlage (Bild: Golem/Mario Petzold)
Anno Trost und Jörg Richter (von links) vor einem über 100 Jahre alten Teil einer Wasserkraftanlage Bild: Golem/Mario Petzold
Inhalt
  1. Mikro-Wasserkraft: Mehr als 100 Jahre alte Technik für das Stromnetz der Zukunft
  2. Einzigartige Bedingungen für die Mikro-Wasserkraft
  3. Ausbau der Wasserkraft nicht in Sicht, Umbau schon
  4. Kleiner, aber wichtiger Beitrag der Wasserkraft

Auf gerade einmal 400 Kilowatt (kW) Gesamtleistung kommen die beiden Turbinen im Wasserkraftwerk im Dörfchen Stein an der Chemnitz. Jedes der Windräder, die nur ein paar Kilometer weiter aufgestellt sind, erreicht die zehnfache Leistung, kann also auch zehnmal so viel Strom einspeisen.

Wobei das so nur zum Teil richtig ist, nämlich nur dann, wenn der Wind ausreichend kräftig weht. Das Flüsschen Chemnitz, das in der gleichnamigen Stadt aus dem Zusammenfluss mehrerer Gebirgsbäche entsteht und 37 km später bereits in die Zwickauer Mulde mündet, führt hingegen praktisch immer genug Wasser für den Betrieb der Turbinen.

Laut Anno Trost, Betriebsleiter des Wasserkraftanlagenbaus Stein, der über das weitläufige Gelände führt, standen die Turbinen im kompletten Jahr 2025 nur zwei Wochen still. Ansonsten lieferten sie kontinuierlich Strom und speisten bei unserem Besuch mit lautem Dröhnen direkt ins Niederspannungsnetz ein. Auf das Jahr gerechnet kann das Mikrokraftwerk das Vielfache einer gleich großen Solaranlage oder vergleichbaren Windkraftanlage produzieren.

Große Anzahl, weite Verteilung

Die beiden Turbinen an der Chemnitz stehen exemplarisch für eine Vielzahl ähnlicher Anlagen in der unmittelbaren Umgebung und ganz Sachsen. Im Umkreis von 5 km gibt es sieben weitere Wasserkraftwerke, ein weiteres war zum Zeitpunkt unseres Besuchs im Bau befindlich.

Im ganzen Bundesland gibt es laut Marktstammdatenregister(öffnet im neuen Fenster) 433 solche Anlagen. Gemeinsam kommen sie auf eine Gesamtleistung von 95 Megawatt.

Das hört sich erst einmal nach wenig an. Ein Windpark mit 30 Anlagen kommt auf eine vergleichbare Leistung, ein großer Kraftwerksblock kann das Fünf- oder Zehnfache erreichen. Allerdings benötigt ein Haushalt im Durchschnitt allenfalls 300 bis 500 Watt, so dass allein mit den vielen kleinen Wasserkraftanlagen in mehreren Großstädten die Lichter nicht ausgehen müssten. Was das in der Praxis bedeuten könnte, dazu später mehr.


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