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Mikro Phone: Selbstbau-Telefon hat zusätzlichen Smartphone-Kern

Das Projekt Mikro Phone will ein offenes Mobiltelefon bauen, das Privatsphäre bietet. Die Konstruktion mit einem zweiten Smartphone -Kern ist ungewöhnlich.
/ Tobias Költzsch
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Ein Teil der Hauptplatine des Mikro Phone (Bild: MikroPhone)
Ein Teil der Hauptplatine des Mikro Phone Bild: MikroPhone

Das Mikro Phone(öffnet im neuen Fenster) ist ein Mobiltelefon, das Nutzer selbst bauen können. Die Macher des Projektes haben ihr aktuelle Hardware-Layout und die Software offen zur Verfügung gestellt, wenngleich das Telefon noch nicht ganz fertig ist. Von der Grundidee her gibt es ein Kerntelefon, das Feature-Phone-Funktionen bietet, und eine optionale Smartphone-Erweiterung.

In der Kernversion verwendet das Mikro Phone (Eigenschreibweise: mikroPhone) einen Risc-V-Prozessor (SiFive Freedom E310-G002) als Mikrocontroller, der alle Basisfunktionen des Telefons steuert – also etwa die Telefonie- und Nachrichtenfunktionen und die Kamera. Diese Grundfunktionen basieren auf einem sehr kompakten Betriebssystem mit nur um die 30.000 Zeilen Code.

Dieses Betriebssystem enthält unter anderem einen Kalender und ein Adressbuch, es lassen sich allerdings keine Apps nachinstallieren – es handelt sich um ein klassisches Handy-Betriebssystem. Die komplette Steuerung der Peripheriegeräte des Mikro Phones läuft Ende-zu-Ende-verschlüsselt über den Risc-V-Prozessor, was das Telefon sicherer machen soll.

Projekt verwendet Standardkomponenten

Die Hardware des Mikro Phone besteht aus möglichst offenen Bauteilen von der Stange. Das soll zum einen den Nachbau erleichtern, zum anderen für eine sicherere Lieferkette sorgen. Für Funktionen wie die Netzwerkverbindungen oder Bluetooth werden eigene Modems verwendet, die alle mit dem Risc-V-Controller verbunden sind.

Das Mikro Phone soll sich aber auch als Smartphone verwenden lassen. Dafür können Nutzer das sogenannte App Module bauen, das auf NXPs i.MX 8M Plus basiert. Auf dem App Module kann auch komplexe Software laufen, wie etwa ein Browser. Nutzer sollen dafür Linux oder ein Android-basiertes Betriebssystem installieren können.

Interessant ist, dass das Kernmodul und das App Module offenbar parallel laufen sollen – Nutzer können allerdings immer nur eines verwenden. Entsprechend müssen Nutzer dann gegebenenfalls zwischen den Kernen und den Betriebssystemen umschalten, etwa, wenn sie von der Telefonfunktion in den Browser wechseln wollen.

Interessenten können erste Version bereits bauen

Das Mikro Phone ist noch nicht komplett zu Ende entwickelt, auf der Webseite der Macher gibt es beispielsweise kein Bild eines fertigen Gerätes. Die Hardware des Kernmoduls ist den Machern zufolge komplett, das PCB ist fertig. Das Betriebssystem für das Kernmodul ist fast fertig und unterstützt bereits Telefonie- und Nachrichtenfunktionen. Das App Module wird aktuell noch entwickelt. Eine Bauanleitung(öffnet im neuen Fenster) für das Mikro Phone in der aktuellen Form gibt es bereits.


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