Miguel de Icaza: Warum Mac OS X dem Linux-Desktop überlegen ist
Der Grund, warum sich Linux nie als Desktop-Betriebssystem durchgesetzt hat, liegt für den Gründer des Gnome-Projekts, Miguel de Icaza,(öffnet im neuen Fenster) eindeutig an der Entwickler-Community. Diese sei der Einstellung von Linus Torvalds gefolgt, der Binärkompatibilität für Gerätetreiber ablehnte.
Die Desktop-Entwickler hätten APIs fallen lassen, weil es elegantere Lösungen gegeben habe oder Funktionen entfernt, nur weil sie nicht mehr mit einem neuen Stil übereinstimmten. Es seien Kernbestandteile des Systems verändert worden, ohne Migrationsmöglichkeiten bereitzustellen, oder nur schlecht gepflegte.
Die Kernel-Entwickler hätten dafür vielleicht gute Gründe gehabt und es geschafft "die Industrie zu zwingen, nach ihren Regeln zu spielen" . Zwar hätten die Desktop-Entwickler nie solch eine Macht gehabt, aber diese Einstellung sehr lange beibehalten.
Distributionen sind zu verschieden
Es habe zwar auch immer "Anstrengungen gegeben, den Kernel und eine Menge von Kernbibliotheken" zu standardisieren, schreibt de Icaza in seinem Blog weiter, diese seien aber häufig torpediert worden. Es gebe auch konkurrierende Implementierungen der gleichen Funktionalität.
Diese Umstände hätten dazu beigetragen, dass externe Entwickler, die Linux auf dem Desktop unterstützen wollten, abgeschreckt worden seien. Selbst wenn sie es einmal versucht hätten, die "top Distro" zu unterstützen, hätten sie feststellen müssen, dass ihre Software ein halbes Jahr später nicht mehr funktioniere. Als Gegenbeispiel dazu könnte Skype dienen, welches seit mittlerweile 8 Jahren Windows, Mac OS X und Linux als Plattformen unterstützt.
OS X als Positiv-Beispiel
Als Apple begann, Mac OS X zu verkaufen, sei es kein modernes oder ausgefeiltes Unix-System gewesen. Das habe sich jedoch mit der Zeit geändert. Anwender hätten nicht wie unter Linux lange an ihrer Hardware frickeln müssen, um Videos anzusehen oder Musik zu hören. Deshalb seien viele gewechselt.
Viele Hacker hätten so ein konfigurierbares System gegen ein stabiles System eingetauscht. Und da sich niemand in der Linux-Community um die Kompatibilität gekümmert habe, seien nur Idealisten übriggeblieben, die das " bestmögliche System kreieren wollten, ohne sich um langweilige Details wie Support oder Abwärtskompatibilität zu kümmern."
De Icaza schließt mit dem Beispiel, dass die Photoshop-Version von 2001 auch noch unter Windows 8 laufe und Ähnliches für OS-X-Anwendungen unter Mountain Lion gelte.
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