Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Migros: Galaxus Deutschland macht trotz Defizit weiter

Über 200 Millionen Euro Verlust bei Galaxus Deutschland, kein Breakeven in Sicht – und Migros bleibt drin. Die Begründung klingt nicht nach Wachstumsstrategie.
/ Michael Linden
46 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Galaxus-Warenlager in Krefeld (Bild: Galaxus)
Galaxus-Warenlager in Krefeld Bild: Galaxus

Der Schweizer Konzern Migros kann auf zahlreiche gescheiterte Auslandsabenteuer zurückblicken. Fitnessketten, amerikanische Schokoladenfirmen, ein österreichisches Joint Venture – alles wurde abgestoßen oder ging pleite. Das Unternehmen verkaufte sogar die Tegut-Filialen in Deutschland(öffnet im neuen Fenster) mit 600 Millionen Euro Verlust. Nur eines will der Konzern partout nicht loslassen: den deutschen Onlineshop Galaxus.

Was ist die Ausgangslage? – Wachstum trotz tiefer Verluste

Seit dem Markteintritt 2018 schreibt Galaxus Deutschland rote Zahlen, berichtet die NZZ(öffnet im neuen Fenster) . 2024 belief sich das Minus auf 56 Millionen Euro, die kumulierten Verluste überschreiten die 200-Millionen-Marke.

Gleichzeitig wächst das Unternehmen: Der Umsatz stieg 2024 um 28 Prozent auf 367 Millionen Euro, während der deutsche Onlinehandel insgesamt nur um 1,1 Prozent zulegte. In der Rangliste der hundert größten deutschen Onlinehändler kletterte Galaxus von Platz 65 auf Platz 30, heißt es in dem Bericht.

Warum hält Migros an Galaxus fest?

Noch vor zwei Jahren hatte Konzernchef Mario Irminger das Deutschland-Engagement überprüfen lassen. Im Herbst 2024 folgte den Angaben der NZZ zufolge der Kurswechsel: Profitabilität soll bis 2028 oder 2029 erreicht werden.

Die Begründung klingt wenig visionär: Durch die größeren Einkaufsmengen könnten bessere Preise ermöglicht werden, was Schweizer Kunden zugutekommen würde, berichtet die NZZ.

Schwieriges Marktumfeld

Der deutsche Onlinehandel ist stark konzentriert. Amazon kommt auf rund 15 Milliarden Euro Umsatz – dreimal so viel wie der zweitplatzierte Händler Otto. Der Druck dürfte steigen: JD.com ist dabei, Ceconomy zu übernehmen, und hat seinen Onlineshop Joybuy in Deutschland gestartet(öffnet im neuen Fenster) .


Relevante Themen