Migration: Telekom will DSL-Kunden direkt Glasfaser anbieten

Die Telekom sieht sich bei einem direkten Wechsel der DSL-Kunden zu FTTH im Recht. Die Konkurrenz beklagt strategisches Missbrauchspotenzial.

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Glasfaserausbau des Marktführers
Glasfaserausbau des Marktführers (Bild: Deutsche Telekom)

Als Reaktion auf ein Gutachten der Monopolkommission hat die Deutsche Telekom betont, dass sie ihre DSL-Kunden rechtmäßig auf künftige Glasfaser migrieren könne. Die Abschaltung des Kupfernetzes und der Wechsel auf Glasfasernetze sollt wettbewerbskonform erfolgen, fordert die Monopolkommission.

"Wir haben das Recht zur Migration des Netzes von Kupfer auf Glasfaser. Das Telekommunikationsgesetz definiert hierfür in Paragraph 34 den Migrationsprozess im Detail, also Zeitplan, Vorlauf, Beteiligung der Bundesnetzagentur und der Wettbewerber", sagte Telekom-Sprecher Andreas Middel auf Anfrage von Golem.de.

Die größten Vorleistungsnachfrager bei der Telekom sind 1&1, Telefónica und Vodafone. "Um Anreize zum Wechsel von Kupfer- auf Glasfasernetze zu schaffen und die Planungssicherheit für die Marktteilnehmer zu erhöhen, spricht aus Sicht der Monopolkommission vieles dafür, die kupferbasierten Vorleistungsentgelte bis zum Abschluss des Migrationsprozesses real stabil zu halten", hieß es in dem Gutachten des Beratergremiums.

Die Konkurrenz befürchtet seit Jahren, dass die Telekom versucht, all ihre DSL-Kunden direkt zu Glasfaser transferieren. Denkbar sei, dass die Telekom ihre Kunden anschreibe und ihnen Glasfaser für nur 5 Euro oder 10 Euro mehr im Monat anbiete. Damit wäre eine deutlich bessere Technologie für fast das gleiche Geld verfügbar. Dann hätte die Telekom sofort wieder den höchsten Marktanteil auch bei FTTH (Fiber To The Home).

Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer begrüßte die Einschätzung der Kommission: "Das Gutachten zeigt aus unserer Sicht zutreffenderweise insbesondere auf, dass dem strategischen Missbrauchspotenzial des Migrationsprozesses durch die Telekom und einer potenziellen Marktmachtübertragung wirksam begegnet werden muss. Als Glasfaserverband sprechen wir uns daher dafür aus, die kupferbasierten Anschlüsse gerade auch auf die bereits bestehenden Glasfasernetze der Wettbewerber zu migrieren und nicht auf einen Ausbau der Telekom zu warten."

Um das Ausbautempo weiter zu erhöhen, brauchen auch aus Sicht des Breko die "Telekommunikationsunternehmen Klarheit über die Konditionen der Migration von Kupfer- auf zukunftssichere Glasfasernetze".

"Die Interessen der alternativen Glasfaseranbieter sowie der Wholesale-Nachfrager der Telekom müssen in dieser sensiblen Phase des Marktes unbedingt berücksichtigt werden", betonte auch VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Zudem sei es der Wettbewerb, der mit 8,2 Milliarden Euro den Glasfaserausbau der Telekom bis 2024/25 entscheidend mitfinanziere.

"Der Zugang zu den alten Kupfernetzen der Telekom wurde in den vergangenen Jahrzehnten klar überbezahlt", meinte Grützner. Weil die Konkurrenten die Glasfaser-Investitionen der Telekom in Höhe von voraussichtlich 14,5 Milliarden Euro bis 2024/25 mit 8,2 Milliarden Euro zu 57 Prozent "mitfinanziert" hätten, fordere der VATM klare und faire Regeln, die den Zugang zu diesen Glasfasernetzen ermöglichen.

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TheBlueFire 22. Dez 2021

Wieder so ein giftiger Kommentar. Bitte über Glasfaser plus informieren. "die anderen...

TheBlueFire 22. Dez 2021

Ok

spezi 20. Dez 2021

Richtig. In einem kleineren Ort in dem schon ein andere Anbieter mit FTTC aktiv ist (der...

Faksimile 20. Dez 2021

In DE auch erhältlich: 10Gbit/s für'n Hunni. O.K. örtlich begrenzt. Aber es gibt es.



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