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MIG Switch: Erste Flash-Card für Nintendo Switch bestellbar

Ohne Mod-Chip kopierte Spiele auf Nintendos Switch spielen oder eigene Software entwickeln – mit einer Flash-Card geht das.
/ Johannes Hiltscher
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In das Design des Moduls MIG Switch scheint fast so viel Arbeit geflossen zu sein wie in die Hardware. (Bild: MIG Switch Homepage)
In das Design des Moduls MIG Switch scheint fast so viel Arbeit geflossen zu sein wie in die Hardware. Bild: MIG Switch Homepage

Für ältere Konsolen sind sie seit Jahren verfügbar: sogenannte Flash-Cards, mit denen sich entweder selbst entwickelte Anwendungen starten oder Kopien anderer Spielmodule erstellen lassen. Für Nintendos Switch hat ein unbekanntes Team ebenfalls ein solches Modul entwickelt. Der MIG Switch kann mittlerweile bestellt werden, mehrere Youtuber hatten bereits Gelegenheit, ihn zu testen (via Wololo.net(öffnet im neuen Fenster) ). Das Modul passt in den Cartridge-Slot der Konsole, Spiele und Anwendungen werden auf der eingesteckten SD-Karte gespeichert.

Entwickelt und hergestellt wird die Flash-Card laut Homepage in Russland, wer hinter dem Modul steht, ist unklar. Auch für das Kopieren von Spielmodulen haben die Entwickler eine Lösung: den MIG Switch Dumper, der über USB angeschlossen wird. Beworben wird die Flash-Card als Backup-Möglichkeit für eigene Spiele sowie Eigenentwicklungen. Aber auch illegale Spielekopien sind damit möglich. Die Konsole muss dafür nicht modifiziert werden, was die Verwendung sehr einfach macht.

Eine wichtige Frage bleibt dabei offen: Wie reagiert Nintendo auf den MIG Switch? Das Unternehmen ist bekannt für sein restriktives Vorgehen, nicht nur gegen Betreiber von Download-Seiten für Spiele-ROMs . Im vergangenen Jahr begruben die Entwickler des Emulators Dolphin ihre Pläne, diesen auf Steam zu veröffentlichen – das von Valve geforderte Einverständnis Nintendos zu erhalten, erschien ihnen unwahrscheinlich.

Werden gebrauchte Konsolen zum Glücksspiel?

Auch Nutzern des MIG Switch könnten Konsequenzen drohen, wie etwa der Youtuber Alien Retro Gaming ausführt. So könne das Unternehmen etwa Konsolen für die Onlinenutzung sperren. Ob die reine Verwendung der Flash-Card erkennbar wäre, ist unklar, wenn ein Spiel hundert- oder gar tausendfach auf verschiedenen Konsolen genutzt wird, entgeht Nintendo dies aber keinesfalls.

Jedes Spielemodul kommt mit einem eigenen Zertifikat, auch wenn dieses nicht an ein konkretes Spiel gebunden ist, wie Alien Retro Gaming bemerkt. So lasse sich jedes Spiel mit dem Zertifikat eines beliebigen anderen Spiels starten. Entsprechend könnte Nintendo aber auch Zertifikate sperren, die im Verdacht stehen, mehrfach genutzt zu werden. Das kann auch für Gebrauchtkäufer zum Problem werden: Sie könnten, ohne es zu ahnen, eine gesperrte Konsole oder Spiele erwerben.

Preis und Verfügbarkeit

Die MIG-Switch-Homepage(öffnet im neuen Fenster) listet eine Reihe von Anbietern weltweit. In Europa kostet die Flash-Card rund 80 Euro, eine SD-Karte muss zusätzlich erworben werden. Der MIG Switch Dumper kostet aktuell noch einmal rund 65 Euro, beides zusammen wird für rund 135 Euro angeboten.


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