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Mietverträge und Hardware: US-Konzerne verstecken KI-Ausgaben in Höhe von 3 Billionen US-Dollar

Kosten für Mietverträge von gigantischen Rechenzentren und Bestellungen für GPUs, TPUs und HBM-Speicher tauchen bei den US-Konzernen noch nicht auf.
/ Achim Sawall
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Luftaufnahme von Microsofts neuem KI-Rechenzentrumscampus in Mount Pleasant, Wisconsin (Bild: Microsoft)
Luftaufnahme von Microsofts neuem KI-Rechenzentrumscampus in Mount Pleasant, Wisconsin Bild: Microsoft

Die KI-Ausgaben von Hyperscalern wie Microsoft, Amazon (AWS), Alphabet (Google), Meta Platforms und Oracle sind um 3 Billionen US-Dollar höher als angegeben. Das ergab eine Analyse des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster), die auf den Fußnoten der jüngsten Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) basiert. Die Summe setzt sich zusammen aus Rechenzentrums-Hardware und Verpflichtungen für Mietverträge.

Bei den Unternehmen summierten sich die Zahlungszusagen aus noch nicht begonnenen Mietverhältnissen auf insgesamt 1,2 Billionen US-Dollar, etwa das Vierfache des ein Jahr zuvor ausgewiesenen Werts. Das Wall Street Journal untersuchte auch die Verpflichtungen von Nvidia, Broadcom, SpaceX und Advanced Micro Devices.

KI-Rechenzentren benötigen KI-Beschleunigerchips (wie GPUs oder TPUs) mit HBM-Speicher, dafür schließen Konzerne langfristige Verträge ab, um sich die Produktion ihrer Zulieferer zu sichern. Diese und weitere Abnahmeverpflichtungen bei den Unternehmen betragen 1,9 Billionen US-Dollar.

Bilanzrechtlich nicht zu beanstanden

Bilanzrechtlich ist das nicht zu beanstanden: Nach den Rechnungslegungsvorschriften bleiben Abnahmeverpflichtungen in der Regel so lange außerhalb der Bilanz, bis das Produkt oder die Dienstleistung geliefert wird.

Diese Verpflichtungen wachsen schneller als die klassischen Investitionsausgaben (Capex), die sich im vergangenen Berichtsjahr auf etwa 600 Milliarden US-Dollar beliefen; zudem waren sie etwa dreimal so hoch wie die Verbindlichkeiten aus bestehenden Mietverträgen und langfristigen Krediten.

Die Differenz zeigt eindrücklich, dass der reale KI-Investitionsboom der Tech-Konzerne die offiziellen Bilanzzahlen (Capex) bei Weitem übersteigt. Auch wenn die Auslagerung von Verpflichtungen in Höhe von 3 Billionen US-Dollar bilanzrechtlich legal und standardkonform ist, erzeugt dieses Vorgehen erhebliche Transparenzlücken für Anleger und den Markt.

Durch das gigantische Volumen an langfristigen Miet- und Abnahmeverträgen binden die Konzerne enorm viel Kapital für Jahre im Voraus. Sollte der durch KI generierte Umsatz nicht im erhofften Maße steigen, drohen den Hyperscalern massive Rentabilitätsprobleme.


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