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Miese Softwarequalität, neue Abos: Apple goes Enshittification

Apples Ökosystem glänzte lange als zuverlässige Alternative zum zerfaserten Android und holprigen Windows. Diese Zeiten scheinen vorbei.
/ Christian Rentrop
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Spätestens seit den 26er-OS-Versionen ist bei unserem Autor der Wurm im Apfel. (Bild: matcuz/Pixabay)
Spätestens seit den 26er-OS-Versionen ist bei unserem Autor der Wurm im Apfel. Bild: matcuz/Pixabay
Inhalt
  1. Miese Softwarequalität, neue Abos: Apple goes Enshittification
  2. Kuriose Fehlerbilder
  3. Bugs, die Apple liebt
  4. Kein Abo – kein aktuelles Pixelmator Pro
  5. Woran liegt es, dass die Probleme so zunehmen?

Den Rechner neu installieren oder das Smartphone zurücksetzen – wer Apple nutzt, hat dieses Vergnügen inzwischen häufiger. Natürlich nicht Windows-XP-häufig, aber schon deutlich öfter als noch vor einigen Jahren. Irgendwie scheint Apple die zunehmende Komplexität von MacOS, iOS/iPadOS und Co. zusehends aus der Hand zu gleiten.

Neulich zum Beispiel musste ich MacOS neu installieren. Das ist mir in 20 Jahren Mac vielleicht fünfmal passiert. Viermal in den Anfangstagen, weil man das damals als ehemaliger Windows-User bei dem geringsten Problem machte.

Und einmal, weil eine interne Festplatte eines Macbook von heute auf morgen kaputtgegangen war. Sonst nie - bis neulich, denn das jüngste MacOS-Update zerdepperte mir das System. Sicher ein Extrembeispiel. Aber spätestens seit den 26er-OS-Versionen ist nicht nur bei mir der Wurm im Apfel.

Software-Bloat oder kosmische Strahlung?

Probleme bei Updates sind eine Sache, können manchmal einfach auftreten, auch ohne dass der Hersteller etwas dafür kann. Vielleicht war irgendetwas falsch konfiguriert. Vielleicht gibt es einen winzigen technischen Fehler im System. Vielleicht ist auch ein Single Event Upset(öffnet im neuen Fenster) eingetreten und kosmische Strahlung hat einen Bit auf meinem Mac Mini stolpern lassen. Ich gebe tatsächlich nicht Apple die Schuld. Aber es passt ins Gesamtbild.

An der Oberfläche ist da zunächst die Featuritis: Jeden Herbst mit den großen Systemupdates gibt es neue Features und Änderungen, die bewährte Arbeitsweisen trollen und schlimmstenfalls unmöglich machen. An der Oberfläche sind das zunächst tolle, in der Praxis aber inkonsistente Änderungen wie die Liquid-Glass-Oberfläche mit ihren Darstellungsfehlern. Oder die tiefe und wenig erfreuliche Apple-Intelligence-Integration.

Unter der Haube führt der Software-Bloat zu vielen zusätzlichen Prozessen, RAM- und Speicherbedarf – und damit zu einem stetig steigenden Risiko für Bugs, Fehlfunktionen und Totalausfälle. Unwahrscheinlich, dass Apple die Standard-Specs der Macs in Zeiten teuren RAMs und unerschwinglicher SSDs freiwillig verdoppelte: Es war nötig, um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.


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