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Woran liegt es, dass die Probleme so zunehmen?

Abos, Featuritis, fehlerhafte Softwarequalität, das Abschneiden noch brauchbarer Zöpfe und nicht zuletzt die technischen Probleme mit der 26er-Betriebssystem-Reihe: Apple hat ein Softwareproblem, weil das Unternehmen traditionell seine eigenen Lösungen etablieren und möglichst unabhängig von Drittanbietern sein will.

Das führte in der Vergangenheit zu vielen guten Produkten und Diensten, aber auch zu Fehlschlägen. Apple Intelligence verlässt an dieser Stelle bitte den Raum, um sich zu schämen.

Die Ursache dürfte allerdings vor allem daran liegen, dass softwareseitig zu viele Baustellen beackert werden. Das Betriebssystem-Ökosystem wächst und wächst, inzwischen gibt es neben MacOS und iOS iPadOS, WatchOS, TVOS und – nicht zu vergessen – die kleinen Betriebssysteme der Homepods. All diese Systeme sind eng verwandt, trotzdem wird die Komplexität des Ökosystems erhöht.

Neben teuren Experimenten wie der Vision Pro, die Gerüchten zufolge(öffnet im neuen Fenster) eingestellt wird, muss sich das Unternehmen um KI und das schon länger verzögerte neue Siri kümmern, außerdem um die Neu- und Weiterentwicklung von Hard- und Software – und all das wie bei Apple üblich unter strenger Geheimhaltung. Das führt dazu, dass im Apple-Park nur wenige leitende Angestellte einen Gesamtüberblick über aktuelle Entwicklungen haben.

Softwarequalität nimmt ab – aber keine Linderung in Sicht

Dass Apples Softwarequalität abnimmt und Marketingentscheidungen für Dienste und Abos nicht selten zu einer Verschlechterung führen, während die Hardwaresparte ein tolles Produkt nach dem anderen entwickelt, löst bei alteingesessenen Apple-Nutzern wie mir gemischte Gefühle aus. Zwar ist Apple in Sachen Bloat- und Nagware noch vergleichsweise zurückhaltend, doch die Verschlechterung ist inzwischen spürbar.

Es bleibt zu hoffen, dass Apple unter der neuen Führung von John Ternus künftig das Ruder herumreißt, allerdings ist der Konzern am Ende des Tages vor allem eines: eine Aktiengesellschaft, die ihre Investoren zufriedenstellen muss.

Und solange die Umsatzkurve selbst in einer weltweiten Wirtschaftskrise weiterhin steil nach oben zeigt, dürfte sich wenig an Apples Vorgehen ändern. Das bedeutet: mehr Probleme, mehr Dienste – und wahrscheinlich auch mehr Abos mit entsprechender Werbung im System. Ich für meinen Teil werde mir dann überlegen, inwieweit ich da nach fast 25 Jahren Apple mitgehen werde.

Christian Rentrop ist freier Technikjournalist und seit 2003 Mac-Nutzer. Er hat den Intel-Umstieg seinerzeit hautnah miterlebt und durfte auch selbst ein fiepsendes Macbook Pro der ersten Generation reklamieren.

IMHO ist der Kommentar von Golem [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]


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