Kein Abo – kein aktuelles Pixelmator Pro
Während Apples ehemals völlig kostenlose Office-Tools seit Ende Januar mit Premium-Vorlagen und Werbung für das Creator Studio nerven, ist die eigentliche Frechheit die Bildbearbeitung Pixelmator Pro: Ende 2024 von Apple übernommen, war die App bisher als Einmalkauf für knapp 70 Euro im App Store erhältlich. Als gute und preiswerte Alternative für leichte Bildbearbeiter, die kein Adobe-Schlachtschiff brauchen, hat sich das Programm bewährt.
Seit Apples Creator Studio gibt es Pixelmator zweimal: Als Version 4 – natürlich exklusiv im 12,99-Euro-Creator-Abo – und als gekaufte Version 3, die voraussichtlich kein Versionsupdate mehr bekommt. Nutzer werden also de facto ins teure Abo gezwungen, selbst wenn sie die anderen Pro-Apps nicht benötigen.
Mit 129 Euro wäre Pixelmator dann fast doppelt so teuer wie bisher – und zwar jedes Jahr. Derzeit arbeiten Pages, Numbers und Keynote noch ohne lästigen Abohinweis, die Frage ist nur: Wie lange noch? Und so wird ehemals wirklich praktische Software, die schlicht zum Mac, iPhone und iPad dazugehörte, nach und nach zu kostenpflichtiger Nagware.
iCloud ist nicht gut, aber Alternativen sind kompliziert
Überhaupt: die Dienste. Sie zählen inzwischen zu Apples größten Gewinnbringern mit Margen von bis zu 70 Prozent. Es ist also nur nachvollziehbar, dass Apple seine Abos, Cloud- und Streamingdienste an die Leute bringen will, das garantiert permanenten Cash-Flow und gute Zahlen.
Dass die Musik-App nach jedem Update und bei jedem neuen Gerät fragt, ob man nicht ein Abo abschließen möchte, nervt schon seit Jahren. Vielleicht will man ja keine iCloud, weil es funktionalere Dienste gibt? Gut, alle anderen Clouds sind im Apple-Ökosystem deutlich komplexer, weil sie sich nicht sinnvoll in die Fotos- und Musik-App einbinden lassen und weniger nahtlos mit dem Finder zusammenarbeiten.
So sie denn nahtlos arbeiten: Wer iCloud intensiv nutzt, hat sicherlich schon Erfahrungen damit gemacht, dass die Cloud keinesfalls immer korrekt synchronisiert, schon gar nicht in den 26er-Betriebssystemen. Und dass größere Datensammlungen nur dann in einem Rutsch in die Cloud geschoben werden können, wenn der Mac über den passenden freien internen Speicher verfügt.
Das wird schon bei 1-Terabyte-Datenhalden auf alten HDDs schnell teuer. Und wer jemals versucht hat, seine Fotosammlung aus der iCloud zu sichern, weiß: Es bedarf entweder genügend Speichers auf dem Mac(öffnet im neuen Fenster) für einen lokalen Abgleich samt Time-Machine-Backup. Oder einer Drittanbieter-App, die diese von Apple seit Jahren ignorierte Backup-Lücke schließt(öffnet im neuen Fenster).
Usability wird immer komplizierter
Hinzu kommt, dass Apples Betriebssysteme immer komplexer werden. Mit jedem Major-Upgrade tauchen neue Funktionen in den Einstellungen auf, andere verschwinden spurlos. Zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie die System Integrity Protection bei Macs sind grundsätzlich zu begrüßen, nehmen aber zusehends mehr Raum ein.
So lassen sich Systemerweiterungen und manche Gerätetreiber nur noch durch einen Boot in das Rettungssystem samt Abmilderung der Sicherheitsmechanismen installieren: Für weniger versierte Nutzer ist das oft schwierig.
Gleichzeitig verschwinden praktische Funktionen scheinbar grundlos: Apples Emulationsebene für ältere Intel-Mac-Software, Rosetta 2, wird mit dem kommenden MacOS 27 gestrichen. Das ist eine ebenso althergebrachte wie blödsinnige Tradition bei Apple – schon Mac OS X 10.7 Lion machte auf Intel-Macs Schluss mit der PowerPC-Emulation im System.
Dieser Schritt ist ebenso lästig wie sinnlos, macht er doch alte Software auf einen Schlag obsolet – und das, obwohl MacOS 27 die erste MacOS-Version sein wird, die exklusiv für ARM-Macs erscheint. Das wirkt unangemessen ungeduldig, zumal Rosetta 2 zu den löblichen Ausnahmen in Apples Softwareportfolio zählt, die vom Start weg reibungslos funktionierten.
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