Plausible Technologie, aber fragwürdiger Sinn
Zu dem Vorhaben zitiert die Fachzeitschrift British Medical Journal(öffnet im neuen Fenster) den Neuroradiologen Gennaro D'Anna, den es "zunehmend beunruhigt", dass "medizinische Technologien durch Marketingvideos und nicht durch strenge wissenschaftliche Belege eingeführt werden". Vielleicht existierten die nötigen Daten bereits, um das Verfahren zu belegen, sagt D'Anna, und würden bald veröffentlicht. "Falls ja", fügt er hinzu, werde er sie "mit großem Interesse lesen".
Doch warum sollte jemand(öffnet im neuen Fenster) ein nicht zertifiziertes, experimentelles Gerät verwenden, wenn es bereits günstige, gesundheitlich unbedenkliche Alternativen gibt? Außerdem werden per Ultraschall-CT keine Aufnahmen vom Kopf möglich sein, weil man Personen dafür komplett untertauchen müsste.
Bilder der Lungen werden ebenfalls nicht aussagekräftig sein – das Organ ist mit Luft gefüllt, was für Ultraschall ein Problem ist. Im Gegensatz zu einem MRT oder CT wird Midjourney Medical auch nicht in tieferliegende Organe wie den Magen und den Darm hineinsehen können. Und bei massigeren Menschen ist der Nutzen von Ultraschall ebenfalls begrenzt.
Einige Experten sagten The Verge(öffnet im neuen Fenster) zwar, sie seien gespannt, was der Ansatz prinzipiell bieten könne. Die Technologie sei "grundsätzlich plausibel".
Doch alle Experten stellten die Frage: Wo sind die Beweise für Midjourneys Aussagen? In der Medizin, sagt auch D'Anna, sei man von Evidenz beeindruckt, "nicht von schönen Bildern". Ein Professor für Radiologie aus den USA drückte es noch deutlicher aus: In Midjourney Medical sehe er "eher einen Taschenspielertrick".
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