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Microtransat: Erstes robotisches Segelboot überquert den Atlantik

Es hat mehr als 20 Versuche gebraucht, bis es gelungen ist: Ein norwegisches Roboterboot hat als erstes selbstständig den Atlantik überquert. Es brauchte knapp drei Monate von Neufundland nach Irland.

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Robotisches Segelboot Saibuoy (Symbolbild): Sensorplattform für die Meeresforschung
Robotisches Segelboot Saibuoy (Symbolbild): Sensorplattform für die Meeresforschung (Bild: Offshore Sensing)

Ohne Besatzung über den Atlantik: Die SB Met aus Norwegen ist als erstes robotisches Boot von Neufundland aus in Richtung Osten über den Atlantik gesegelt. Die Atlantiküberquerung fand im Rahmen der Microtransat Challenge statt, einer Regatta für autonome Boote.

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Das Boot wurde Anfang Juni vor Neufundland ausgesetzt und war dann auf sich allein gestellt. 80 Tage später, am 26. August 2018, erreichte es die Ziellinie auf der Höhe der westlichen Spitze von Irland. Auf geradem Weg war es eine Strecke von 3.000 Kilometern. SB Met legte 5.100 Kilometer zurück.

Die SB Met ist eine Sailbuoy - das sind unbemannte Forschungsboote, die von dem norwegischen Unternehmen Offshore Sensing entwickelt wurden. Eine solche Sailbuoy ist zwei Meter lang und wiegt 60 Kilogramm.

Nach mehr als 20 Versuchen seit dem Jahr 2010 ist die SB Met das erste robotische Boot, das die Atlantiküberquerung erfolgreich absolviert hat. Es gibt verschiedene Klassen robotischer Segelboote, die internationale Wettbewerbe austragen. Eine davon ist die Microtransat Challenge.

Auch dabei gibt es verschiedene Klassen. Die SB Met ist in einer Klasse angetreten, in der das Boot regelmäßig Positionsdaten übermitteln muss - einer der Konkurrenten wurde disqualifiziert, nachdem er zehn Tage keine Position mehr übermittelt hatte. In dieser Klasse darf der Eigner auch eingreifen und den Kurs ändern. In einer anderen Klasse sind die Boote komplett autonom unterwegs. Das bedeutet, sie übermitteln keine Daten und es darf auch keine Kurskorrektur vorgenommen werden.

Gedacht sind die Sailbuoys als schwimmende Sensorplattformen etwa für wissenschaftliche Anwendungen. Sie können beispielsweise die Wellenhöhe, den Salz- und Sauerstoffgehalt messen oder die Fischbestände untersuchen. Auf dem Wasser kommuniziert eine Sailbuoy über das Satellitenkommunikationssystem Iridium. Mit Strom versorgt wird das Schiff über ein Solarpaneel auf dem Deck.

Unbemannte Boote sollen die Meere erforschen

Vorteil solcher unbemannten Plattformen sind die Kosten: Eine Sailbuoy kostet 175.000 Euro - in etwa so viel wie der Betrieb eines Forschungsschiffs am Tag. Das US-Unternehmen Saildrone will zusammen mit der australischen Wissenschaftsbehörde Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) eine ganze Flotte Segelroboter ins Südpolarmeer schicken. Das US-Unternehmen Liquid Robotics hatte 2011 vier Schwimmroboter auf die Reise über den Pazifik geschickt.

2020 soll ein Segelboot von Großbritannien autonom nach Neuengland fahren. Das Projekt soll an die Mayflower erinnern, die 1620 mit 31 Mann Besatzung und 102 Passagieren in Plymouth in See stach und nach Nordamerika segelte.



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