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Microspines: Drohne krallt sich an der Decke fest

Eine kleine Drohne kann sich nicht lange in der Luft halten und eignet sich deshalb schlecht als Beobachtungsplattform. Wer die Natur kennt, weiß eine Lösung: Krallen. Damit hängen sich energiesparende Drohnen nun an die Wand und spähen trotzdem.
/ Andreas Donath
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Drohnen mit Krallen hängen sich unter die Decke (Bild: Uni Stanford)
Drohnen mit Krallen hängen sich unter die Decke Bild: Uni Stanford

Doktorand Morgan Pope(öffnet im neuen Fenster) und sein Team von der Stanford University wollen Drohnen tierischer machen. Wie Vögel und Reptilien sollen sie sich mit Krallen und Klauen an Wänden und Decken festhalten. Das soll viel Energie sparen, denn in der Luft halten sich kleine Drohnen nicht lange. Die von Pope geplanten Drohnen sind fliegende Sensorträger, die die Umgebung aus zivilen und militärischen Gründen für längere Zeit beobachten sollen. Pope forscht in Stanford am Biomimetics and Dexterous Manipulation Laboratory.

Microspines - Drohnen krallen sich fest (Uni Stanford)
Microspines - Drohnen krallen sich fest (Uni Stanford) (01:55)

Bei Katastrophen, im Krieg oder bei wissenschaftlichen Missionen zur Beobachtung von Flora und Fauna lassen sich Drohnen dazu einsetzen, das Terrain zu erkunden, ohne dass sich ein Mensch in Gefahr begeben muss. Um die Verweildauer der fliegenden Augen zu erhöhen, will Pope sie mit winzigen Krallen befestigen. Dann könnten ihre Rotoren abgeschaltet werden. Natürlich könnte eine Drohne auch landen, doch vom Boden aus erhält der Betreiber kaum den notwendigen Überblick.

Zum Festkrallen geht die Drohne auf Kollisionskurs mit der Landeoberfläche. Beim ersten Auftreffen auf die Wand bremst eine Art Schwanz aus Karbon den Aufprall. Sensoren erkennen den Aufprall und sorgen dafür, dass der Quadcopter weiter in Richtung Oberfläche drückt. Ein Greifmechanismus mit angespitzten, gegenüberliegenden Klauen aus Stahl, der im Zentrum des Quadcopters zwischen den Rotoren untergebracht ist, ermöglicht dann den Kontakt mit der Oberfläche.

Die Wissenschaftler arbeiten jedoch noch an verfeinerten Strategien zum Festhalten und Loslassen. Besonders letzteres ist wichtig, wenn sich die Drohne nicht halten kann. Dann soll schließlich kein unkontrollierter Absturz, sondern ein Abfangmanöver folgen.


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