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Microsofts Project Torino: Programmieren für sehbehinderte Kinder

Drehen, drücken, debuggen: Microsofts Project Torino ist eine Art Programmiersprache zum Anfassen. Das Ziel: Kindern mit Behinderung eine Karriere als Softwareentwickler zu eröffnen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Artikel veröffentlicht am ,
Project Torino von Microsoft soll Kindern das Konzept von Softwareentwicklung nahebringen
Project Torino von Microsoft soll Kindern das Konzept von Softwareentwicklung nahebringen (Bild: Microsoft)

Mit Kindern für Kinder entwickelt: Project Torino ist ein Konzept von Microsoft, das sehbehinderten und anderen physisch benachteiligten Kindern das Konzept der Softwareentwicklung nahebringen soll. Das Projekt wird in der Microsoft-Forschungsabteilung Cambridge im Vereinigten Königreich entwickelt.

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Der Ansatz ist simpel: Die Kinder bekommen eine Art Bausatz vorgelegt, aus dem sich Grundelemente der Computersprache zusammensetzen lassen. Dazu zählen Iterationen, Verzweigungen oder einfach nur Sequenzen von Befehlen. Die Module verfügen über Anschlüsse, Einstellrädchen und -knöpfe, die leicht zu erfühlen sind. Selbst Kinder mit Farbschwäche sollen die Elemente an ihren charakteristischen Farben erkennen können.

Ein Lernspielzeug für alle Kinder

Wichtig ist den Entwicklern des Projektes, dass benachteiligte Kinder nicht erneut ausgegrenzt werden. Auch Kinder ohne Behinderung sollen mit Torino umgehen und spielerisch Softwareentwicklung erlernen können. Die Idee ist, eine gesamte gemischte Klasse gemeinsam an einer Programmieraufgabe knobeln zu lassen.

Die enge Zusammenarbeit mit Kindern sei für den Erfolg des Forschungsprojektes essenziell, sagt Mitforscherin Cecily Morrison. "Wir dachten, wir tuen etwas für sie, wir haben aber letztlich mit ihnen zusammen entwickelt." Dadurch seien etwa Verbesserungsvorschläge wie das Einfärben der Knöpfe erst umgesetzt worden.

Project Torino ist für Kinder von sieben bis elf Jahren geeignet. Erfahrenere junge Entwickler können ihren gebauten Code digitalisieren und damit erste Schritte in die Syntax einer Programmiersprache machen. Der generierte Code soll auch für professionelle Softwareentwickler nutzbar sein. Angaben zur verwendeten Programmiersprache machte Microsoft jedoch nicht.

Softwareentwicklung als Karrierechance für sehbehinderte Kinder

Es ist kein Geheimnis, dass momentan ein Fachkräftemangel im Bereich der Softwareentwicklung und in anderen IT-Bereichen herrscht. Microsoft will mit Project Torino eine neue Generation von jungen IT-Köpfen zu dieser Karriere motivieren. Gerade für sehbehinderte Kinder sei dies eine vielversprechende und zukunftssichere Perspektive, auch wenn sich die Softwareentwicklung immer weiter auf die visuelle Darstellung, etwa Front-End-Design und Nutzererfahrung, fokussiert.

Da es noch ein wissenschaftliches Projekt ist, kann bisher nicht gesagt werden, ob und wann Project Torino marktreif sein wird. Im Herbst 2017 wird eine Testphase stattfinden, die sich zunächst aber auf Großbritannien beschränkt.



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stereo12 28. Mär 2017

Spannend wäre hier der Anteil von blinden Juristen, Physiotherapeuten und im Call...

stereo12 28. Mär 2017

Deine Definition ist problematisch. Wenn es keine Barriere gibt, dann wird der Mensch...

BNO 28. Mär 2017

Mit den richtigen Hilfsmitteln kann ein Sehbehinderter oder Blinder mindestens genau so...


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