Microsofts Project Torino: Programmieren für sehbehinderte Kinder

Drehen, drücken, debuggen: Microsofts Project Torino ist eine Art Programmiersprache zum Anfassen. Das Ziel: Kindern mit Behinderung eine Karriere als Softwareentwickler zu eröffnen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Artikel veröffentlicht am ,
Project Torino von Microsoft soll Kindern das Konzept von Softwareentwicklung nahebringen
Project Torino von Microsoft soll Kindern das Konzept von Softwareentwicklung nahebringen (Bild: Microsoft)

Mit Kindern für Kinder entwickelt: Project Torino ist ein Konzept von Microsoft, das sehbehinderten und anderen physisch benachteiligten Kindern das Konzept der Softwareentwicklung nahebringen soll. Das Projekt wird in der Microsoft-Forschungsabteilung Cambridge im Vereinigten Königreich entwickelt.

Stellenmarkt
  1. Web-Entwickler (m/w/d)
    artvera GmbH & Co. KG, Berlin-Charlottenburg
  2. IT-Support Specialist (w/m/d)
    profiforms gmbh, Zwickau, Leonberg
Detailsuche

Der Ansatz ist simpel: Die Kinder bekommen eine Art Bausatz vorgelegt, aus dem sich Grundelemente der Computersprache zusammensetzen lassen. Dazu zählen Iterationen, Verzweigungen oder einfach nur Sequenzen von Befehlen. Die Module verfügen über Anschlüsse, Einstellrädchen und -knöpfe, die leicht zu erfühlen sind. Selbst Kinder mit Farbschwäche sollen die Elemente an ihren charakteristischen Farben erkennen können.

Ein Lernspielzeug für alle Kinder

Wichtig ist den Entwicklern des Projektes, dass benachteiligte Kinder nicht erneut ausgegrenzt werden. Auch Kinder ohne Behinderung sollen mit Torino umgehen und spielerisch Softwareentwicklung erlernen können. Die Idee ist, eine gesamte gemischte Klasse gemeinsam an einer Programmieraufgabe knobeln zu lassen.

Die enge Zusammenarbeit mit Kindern sei für den Erfolg des Forschungsprojektes essenziell, sagt Mitforscherin Cecily Morrison. "Wir dachten, wir tuen etwas für sie, wir haben aber letztlich mit ihnen zusammen entwickelt." Dadurch seien etwa Verbesserungsvorschläge wie das Einfärben der Knöpfe erst umgesetzt worden.

Golem Akademie
  1. Terraform mit AWS: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Dezember 2021, Virtuell
  2. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Project Torino ist für Kinder von sieben bis elf Jahren geeignet. Erfahrenere junge Entwickler können ihren gebauten Code digitalisieren und damit erste Schritte in die Syntax einer Programmiersprache machen. Der generierte Code soll auch für professionelle Softwareentwickler nutzbar sein. Angaben zur verwendeten Programmiersprache machte Microsoft jedoch nicht.

Softwareentwicklung als Karrierechance für sehbehinderte Kinder

Es ist kein Geheimnis, dass momentan ein Fachkräftemangel im Bereich der Softwareentwicklung und in anderen IT-Bereichen herrscht. Microsoft will mit Project Torino eine neue Generation von jungen IT-Köpfen zu dieser Karriere motivieren. Gerade für sehbehinderte Kinder sei dies eine vielversprechende und zukunftssichere Perspektive, auch wenn sich die Softwareentwicklung immer weiter auf die visuelle Darstellung, etwa Front-End-Design und Nutzererfahrung, fokussiert.

Da es noch ein wissenschaftliches Projekt ist, kann bisher nicht gesagt werden, ob und wann Project Torino marktreif sein wird. Im Herbst 2017 wird eine Testphase stattfinden, die sich zunächst aber auf Großbritannien beschränkt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


stereo12 28. Mär 2017

Spannend wäre hier der Anteil von blinden Juristen, Physiotherapeuten und im Call...

stereo12 28. Mär 2017

Deine Definition ist problematisch. Wenn es keine Barriere gibt, dann wird der Mensch...

BNO 28. Mär 2017

Mit den richtigen Hilfsmitteln kann ein Sehbehinderter oder Blinder mindestens genau so...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloud-Ausfall
Eine AWS-Region als Single Point of Failure

Ein stundenlanger Ausfall der AWS-Cloud legte zentrale Dienste und sogar Amazon selbst teilweise lahm. Das zeigt die Grenzen der Cloud-Versprechen.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

Cloud-Ausfall: Eine AWS-Region als Single Point of Failure
Artikel
  1. Bundesnetzagentur: 30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen
    Bundesnetzagentur
    30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen

    Die Bundesnetzagentur hat festgelegt, wann der Netzbetreiber/Provider den Vertrag nicht erfüllt. Es muss viel gemessen werden.

  2. Vodafone und Telekom: 100 Prozent Versorgung wirtschaftlich nicht machbar
    Vodafone und Telekom
    100 Prozent Versorgung "wirtschaftlich nicht machbar"

    Golem.de wollte von den Mobilfunkbetreibern Telekom und Vodafone wissen, was sie von einer Vollversorgung abhält.

  3. Euro NCAP: Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis
    Euro NCAP
    Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis

    Mit dem Renault Zoe sollte man keinen Unfall bauen. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt das Elektroauto null Sterne.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer-Monitore zu Bestpreisen (u. a. 27" FHD 165Hz OC 199€) • Kingston PCIe-SSD 1TB 69,90€ & 2TB 174,90€ • Samsung Smartphones & Watches günstiger • Saturn: Xiaomi Redmi Note 9 Pro 128GB 199€ • Alternate (u. a. Razer Opus Headset 69,99€) • Release: Halo Infinite 68,99€ [Werbung]
    •  /