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Noch plagen Microsoft die üblichen Startprobleme beim Freilegen der Powershell für Linux.
Noch plagen Microsoft die üblichen Startprobleme beim Freilegen der Powershell für Linux. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Was soll das eigentlich?

Ausschlaggebend für Microsofts Open-Source-Bemühungen dürfte der Umstand sein, dass das Unternehmen sein .Net-Framework stärker propagieren möchte, um es zur bevorzugten Plattform von Entwicklern auf verschiedenen Betriebssystemen zu machen, darunter offenbar auch Linux und MacOS. Am Anfang der Powershell-Entwicklung für Linux stand folglich die Schaffung einer .Net-Kernplattform. Auf Basis eben jener war die Portierung der Powershell dann eine vergleichsweise einfache Übung.

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Microsoft schielt aber auch in Richtung Cloud. Die Kombination aus den Werkzeugen Powershell, DSC und der Operations Management Suite bietet unter Linux die Möglichkeit, eigene Instanzen in Microsofts Public Cloud Azure bequem zu administrieren. Plattform und Administrationssoftware sind in dieser Kombination eng verzahnt.

Grundlegende Funktionen der Powershell

Unter der Haube basiert die Powershell auf .Net und mischt verschiedene Methoden. Einerseits ermöglicht sie das Ausführen simpler Kommandozeilenbefehle, ganz so, wie Admins es auch von Linux her kennen. Verschiedene Befehle lassen sich außerdem kombinieren, so dass typische Shellskripte entstehen. Zentrale Shell-Funktionen unter Linux beherrscht die Powershell ebenso, etwa die Möglichkeit, per Pipe die Ausgabe eines Programms an ein anderes umzuleiten. Andererseits folgt die Powershell dem objektorientierten Ansatz. Bei der Arbeit mit der Shell lassen sich Methoden sowie Objekte definieren, die die Methoden anschließend nutzen.

Zentral bei der Arbeit mit der Powershell sind die sogenannten Commandlets. Im Powershell-Sprech ist ein Cmdlet eine eigene .Net-Klasse, die eine festgelegte Aufgabe nach ihrem Aufruf ausführt. Cmdlets sind also im Grunde die eigentlichen Befehle, die sich in Form von Skripten oder sogar von Binaries bündeln lassen. Microsoft hat viel Arbeit investiert, um die Powershell mit vielen nützlichen Cmdlets auszustatten. Schon nach der Installation stehen viele Befehle bereit, etwa um Dateien oder Verzeichnisse zu löschen oder Ordner anzulegen oder deren Inhalt anzuzeigen.

  • Get-Childitem ist ein klassisches Cmdlet, dessen Ausgabe der des schon von cmd.exe her bekannten dir gleicht. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Nach der Installation von libunwind8 und libicu55 lässt sich die Powershell mit Hilfe des Deb-Pakets von Microsoft installieren. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Für Shell-Skripte kann der Anwender in der Powershell in separaten Dateien beliebige Funktionen definieren, die sich ... (Screenshot: Martin Loschwitz)
  •  ... danach aus dem jeweiligen Shell-Skript aufrufen lassen. Wie klassische Unix-Shells beherrscht die Powershell umfangreiches Scripting. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Dir und ls rufen unterschiedliche Programme auf - bei ls klappt das Globbing aber nicht. (Screenshot: Martin Loschwitz)
Get-Childitem ist ein klassisches Cmdlet, dessen Ausgabe der des schon von cmd.exe her bekannten dir gleicht. (Screenshot: Martin Loschwitz)


Fast sinnvoller als unter Linux ist bei Cmdlets die Benennung gelöst. Laut Powershell-Standard müssen Cmdlets nämlich einen eindeutigen Namen haben, der aus einem Verb und einem Objekt besteht. Das Cmdlet für das Löschen von Ordnern oder Dateien heißt folgerichtig offiziell "Remove-Item". Ein anderes Beispiel: Das Cmdlet für Downloads aus dem Internet heißt "Invoke-WebRequest", wer Linux gewohnt ist, würde hier instinktiv aber eher nach den Befehlen wget oder curl suchen.

Um gestandenen Linux-Admins den Umstieg auf die Powershell leichter zu machen, hat sich Microsoft in deren ersten öffentlichen Versionen übrigens etwas Besonderes ausgedacht. Dort waren nämlich die gängigen Linux-Befehle den Powershell-Cmdlets mit der entsprechenden Konfiguration per Alias zugewiesen. Nach Beschwerden der Nutzer hat Microsoft diesen Ansatz allerdings wieder verworfen, denn er verhindert letztlich, dass Nutzer die echten Kommandozeilenprogramme - also etwa ls oder cd - ausführen.

Problemlose Installation unter Installation auf Linux

Microsoft ist erkennbar darum bemüht, die Einstiegshürden für die Powershell auf Linux möglichst gering zu halten. Das Unternehmen macht auf Github nicht nur den Quelltext der Version 6 der Powershell für die Öffentlichkeit verfügbar, sondern bietet auch Pakete für die gängigen Linux-Distributionen an. So ist es sehr leicht, gleich loszulegen - etwa auf Ubuntu 16.04. Nach der Installation der Pakete libunwind8 sowie libicu55 lässt sich das Powershell-Paket mittels dpkg -i wie gewohnt installieren.

  • Get-Childitem ist ein klassisches Cmdlet, dessen Ausgabe der des schon von cmd.exe her bekannten dir gleicht. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Nach der Installation von libunwind8 und libicu55 lässt sich die Powershell mit Hilfe des Deb-Pakets von Microsoft installieren. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Für Shell-Skripte kann der Anwender in der Powershell in separaten Dateien beliebige Funktionen definieren, die sich ... (Screenshot: Martin Loschwitz)
  •  ... danach aus dem jeweiligen Shell-Skript aufrufen lassen. Wie klassische Unix-Shells beherrscht die Powershell umfangreiches Scripting. (Screenshot: Martin Loschwitz)
  • Dir und ls rufen unterschiedliche Programme auf - bei ls klappt das Globbing aber nicht. (Screenshot: Martin Loschwitz)
Nach der Installation von libunwind8 und libicu55 lässt sich die Powershell mit Hilfe des Deb-Pakets von Microsoft installieren. (Screenshot: Martin Loschwitz)


Noch toller wäre der Dienst freilich, käme die Powershell über ein richtiges Paketrepository mit signierten Releasedateien daher. Möglicherweise ist Microsoft dieser Aufwand aber noch zu groß - weil auch Pakete für diverse RPM-basierte Distributionen seitens des Anbieters bereitstehen, müsste Microsoft dies dann für mehrere Paketsysteme umsetzen. Auch ohne eigenes Repository gilt jedenfalls: gut gemacht! So manch anderes Softwareprojekt sollte sich hier wie Microsoft verhalten.

 Microsofts Powershell für Linux: Microsoft hat Probleme beim FreimachenAbgespecktes .Net bringt Einschränkungen 

eye home zur Startseite
ObjectID 03. Nov 2016

Wow, wiedermal ein Internet fight MS vs Linux. Selbst ich als c# Programmierer, Apple MDM...

kayozz 27. Okt 2016

Powershell hat zwar viel gemeinsam mit einer REPL Shell, von der Definiton gehört es...

DrWatson 27. Okt 2016

Heißt das nicht, dass man komplett in der .NET-Welt gefangen ist? Man ersetzt ja quasi...

a user 27. Okt 2016

ich glaube du weißt nicht was "Erzfeind" bedeutet.

x-beliebig 27. Okt 2016

dass sich Microsoft Linux annähern kann, kommt aus einer ganz anderen Ecke. Das hat...



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