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Windows-PCs mit ARM-CPU

Spätestens, seitdem Apple mit dem M1 die Vorteile der ARM-Plattform deutlich gezeigt hat, muss auch Microsoft der Mehrwert mobiler ARM-Chips mit geringer Leistungsaufnahme klar sein.

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Schon lange arbeiten Qualcomm und Microsoft an einer sinnvollen Implementation für Windows. Geräte wie das Surface Pro X und das Surface Pro 9 (Test) haben Potenzial, sind aber vor allem durch ihre eher schlechte Performance unter Windows bei Weitem keine Konkurrenz zu Apple Silicon.

Es hat also einen Grund, warum Microsoft ausgerechnet auf dem Snapdragon Summit die Vision eines KI-gestützten Betriebssystems preisgibt. Laut Informationen aus den Medien arbeitet das Unternehmen an einem neuen Core OS, das sich mit Betriebssystemen wie ChromeOS vergleichen lassen soll. Windows 12, das wir als dieses Core OS sehen, könnte in diesem Fall also eher ein Parallelprodukt zu Windows 11 sein – ähnlich wie es Microsoft etwa mit dem eingestellten und in Teilen zu Windows 11 umgewandelten Windows 10X getan hat.

Es weist zudem vieles, wie die Aussagen Microsofts und Ankündigungen von Qualcomm, darauf hin, dass Windows 12 oder Core OS vor allem auf ARM-Prozessoren wie den kürzlich angekündigten Snapdragon X Elite ausgerichtet wird. Er soll sich an mobile Geräte richten und durch eine energieeffiziente ARM-Architektur auch mit Apples Ökosystem konkurrieren. Laut Qualcomm soll der Chip den Apple M2 leistungstechnisch schlagen und dabei energieeffizienter sein.

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Surface Pro mit Snapdragon

Es ist möglich, dass der Snapdragon X Elite oder ein ähnlicher Qualcomm-Chip im nächsten Surface Pro zu finden sein wird. Denn interessanter- und untypischerweise hat Microsoft im Herbst 2023 keine neue Generation des Tablets angekündigt. Arbeitet der Konzern also an einem neuen Surface Pro als Vorzeigegerät für Windows 12 on Snapdragon? Wir gehen stark davon aus.

Video: Microsoft Surface Pro X - Hands on [2:07]

Ein KI-gestütztes OS wie Windows 12 oder Core OS würde sich wie Googles ChromeOS durch diverse Onlinefunktionen und eine starke Integration von Clouddiensten auszeichnen. Entsprechend würde es auch stets eine Internetverbindung benötigen, um effizient genutzt werden zu können. Ein richtiger Windows-11-Nachfolger sollte weiterhin möglichst vielseitig und auch offline nutzbar sein.

Das ist zumindest eine klare Anforderung der Kundschaft an Microsoft – gerade im wichtigen B2B-Segment. Das gilt auch für die Unterstützung nativer Win32-Apps und Legacy-Komponenten. Ein Windows ohne volle App-Unterstützung funktioniert einfach nicht, wie gescheiterte S-Modi und Windows 10 S bereits bewiesen haben. Eine stabile und performante Virtualisierungsebene für Win32-Apps auf ARM wird deshalb wahrscheinlich Teil von Windows 12.

Start Ende 2024?

Dazu kommt, dass die Frage des Datenschutzes für viele KI-Dienste in Europa noch nicht geklärt ist, gerade wenn sie von US-Unternehmen stammen, die ihre Dienste teilweise auf internationalen Servern hosten. Microsoft ginge ein großes Risiko ein, wenn Windows 12 wirklich ein vollständiger Ersatz für das aktuell genutzte Windows 11 sein soll. Wenn wir auf die Gerüchte um Windows 11 zurückblicken, trauen wir dem Konzern aber vieles zu.

In dem Bericht vom Sommer 2023 erwähnte Windows Latest übrigens auch einen Leak, der ein Hinweis auf die eine kommende Vorstellung sein könnte.

Auf der Build 2023 war nämlich ein Kalendereintrag zu sehen, der für Mai 2024 "die nächste Generation von Windows" ankündigt. Diesen Begriff verwendete Microsoft bereits im Vorfeld zum Windows-11-Release. Nur wenige Monate darauf erschien Windows 11.

Es ist daher gut möglich, dass Windows 12 Ende 2024 kommt, sofern es denn wirklich auch so heißen wird.

Das würde auch zu Microsofts Plan passen, künftig alle drei Jahre ein großes Betriebssystem-Update herauszubringen. Demnach wäre die Aktualisierung Ende 2024 fällig – drei Jahre nach dem Release von Windows 11.

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