Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Microsoft: Xbox warnt vor unbezahlbaren Konsolen

Speicher und andere Komponenten für die Xbox kosten Microsoft inzwischen mehr als das Fünffache von vor zwei Jahren.
/ Peter Steinlechner
14 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Eingabegerät der Xbox (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Eingabegerät der Xbox Bild: Andreas Rentz/Getty Images

Microsoft hat einen drastischen Kurswechsel für Xbox angekündigt. In einem auf dem Firmenblog(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Schreiben an die Belegschaft sprechen Xbox-Chefin Asha Sharma und Xbox-Content-Chef Matt Booty von einer "Hardware-Komponentenkrise", die das Geschäft zunehmend unter Druck setze.

So hätten sich die Kosten für den Speicher in Xbox-Konsolen innerhalb kurzer Zeit vervielfacht. Als Sharma im Februar 2026 den Chefposten übernahm, lagen die Preise bereits mehr als doppelt so hoch wie noch im Herbst 2025.

Seitdem hätten sie sich erneut verdoppelt. Für das Weihnachtsgeschäft 2027 erwartet Microsoft einen weiteren deutlichen Anstieg. Dann könnten die Kosten mehr als fünfmal so hoch liegen wie noch zwei Jahre zuvor.

Trotzdem hält Microsoft an der Entwicklung der nächsten Konsolengeneration fest. Das intern als Helix bezeichnete Nachfolgeprojekt der Xbox Series X/S soll weiter vorangetrieben werden.

Allerdings prüft das Unternehmen nach eigenen Angaben neue Partnerschaften und alternative Geschäftsmodelle, um die steigenden Hardwarekosten künftig besser auffangen zu können. Die aktuelle Situation stelle die Wirtschaftlichkeit klassischer Konsolenmodelle zunehmend infrage.

Parallel dazu verdichten sich die Hinweise auf größere Einschnitte beim Personal. Mehrere Medien berichten unter Berufung auf Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) (Paywall), dass Microsoft bereits für Juli 2026 eine Entlassungsrunde bei Xbox vorbereite. Demnach könnten rund 1.000 Stellen betroffen sein.

Der finanzielle Druck ist offenbar erheblich. Nach Angaben der Xbox-Führung investierte Microsoft in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Hardware, Studios, Inhalte und Plattformen – ohne den Kauf von Activision Blizzard für knapp 70 Milliarden US-Dollar.

Xbox: Massiv sinkende Einnahmen

Gleichzeitig seien die jährlichen Einnahmen der Sparte in diesem Zeitraum um fast eine halbe Milliarde US-Dollar zurückgegangen. Die Gewinnmarge werde im laufenden Geschäftsjahr lediglich rund drei Prozent erreichen.

In dem Schreiben räumt Microsoft ungewöhnlich offen ein, dass Xbox in den vergangenen Jahren zu viele Bereiche gleichzeitig ausgebaut habe. Studios, Plattformen, Cloudangebote, Abonnements und Hardware seien gewachsen, ohne dass die Organisation im gleichen Maße vereinfacht worden sei.

Der nun angekündigte "Xbox Reset" soll die Strukturen verschlanken und Investitionen stärker auf die wichtigsten Marken konzentrieren. Bemerkenswert ist vor allem die Offenheit der Mitteilung. Große Konsolenhersteller sprechen nur selten derart deutlich über steigende Kosten, sinkende Gewinne und strategische Probleme.


Relevante Themen