Microsoft: Xbox Series S nutzt starke CPU und weniger Speicher

Microsoft hat die Xbox Series S für niedrigere Auflösungen und gröbere Texturen sowie weniger detaillierte Welten ausgelegt.

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Xbox Series S alias Lockhart
Xbox Series S alias Lockhart (Bild: Microsoft)

Microsoft hat die technischen Daten der Xbox Series S bekanntgegeben, der Preis der Konsole liegt bei 300 Euro. Die Xbox Series X hingegen kostet 500 Euro, was sich in der Hardware-Ausstattung bemerkbar macht. Microsoft hat den Ansatz gewählt, bei der Xbox Series S primär die Bauteile nach unten zu skalieren, welche die Grafik beeinflussen und auch Spielwelten einschränken könnten.

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Technische Basis ist erneut ein System-on-a-Chip, das gemeinsam mit AMD entwickelt und vom Auftragsfertiger TSMC in einem 7-nm-Verfahren produziert wird. Microsoft verwendet nicht das gleiche SoC wie bei der Xbox Series X, sondern hat für die Xbox Series S ein eigenes Design aufgelegt. Zwei Varianten zu verwenden, ist sinnvoll, da kleinere Chips schlicht günstiger sind - was bei 197 mm² statt 360 mm² definitiv zutrifft.

Auch die Xbox Series S nutzt acht CPU-Kerne mit Zen-2-Architektur. Laufen diese mit vollen 16 Threads, takten sie mit 3,4 GHz und, wenn Simultaneous Multithreading nicht aktiv ist, mit 3,6 GHz - das sind jeweils 200 MHz weniger als bei der Xbox Series X. Die RDNA2-Grafikeinheit erreicht 4 Teraflops statt 12 Teraflops, da Microsoft die Anzahl der Shader-Einheiten mehr als halbiert und zusätzlich den GPU-Takt reduziert hat. Die Xbox Series S soll die dreifache CPU- und die vierfache GPU-Leistung der originalen Xbox One erreichen.

Xbox One (S)Xbox One XXbox Series SXbox Series X
Fertigung28 nm (16 nm)16 nm7 nm7 nm
CodenameDurango (Edmonton)ScorpioLockhartAnaconda
GrafikeinheitGCN v2GCN v4.5RDNA v2RDNA v2
Compute Units12 CUs @ 853 (914) MHz [1,31 (1,4) Teraflops]40 CUs @ 1,172 GHz (6 Teraflops)20 CUs @ 1,565 GHz (4 Teraflops)52 CUs @ 1,825 GHz (12 Teraflops)
Speicher8GB DDR3 @ 68 GB/s + 32MB eSRAM @ 218 (234) GB/s12GB GDDR5 @ 326 GB/s8GB GDDR6 @ 224 GB/s + 2GB GDDR6 @ 56 GB/s10 GB GDDR6 @ 560 GB/s + 6 GB GDDR6 @ 336 GB/s
Storage2 TByte HDD (Sata 3)1 TByte HDD (Sata 3)512 GB PCIe Gen4 SSD @ 2,4 GB/s1 TB PCIe Gen4 SSD @ 2,4 GB/s
CPU8C, Jaguar @ 1,75 GHz8C, Jaguar @ 2,3 GHz8C/16T, Zen 2 @ 3,4-3,6 GHz8C/16T, Zen 2 @ 3,6-3,8 GHz
Technische Daten von Microsofts Xbox-Konsolen

Während die Xbox Series X für 4K mit bis zu 120 fps ausgelegt ist, bewirbt Microsoft die Xbox Series S für 1.440p mit bis zu 120 fps. Hinzu kommt, dass der Arbeits- und Videospeicher mit 10 GByte statt 16 GByte kleiner ausfällt und die PCIe-SSDs mit 512 GByte nur die Hälfte der Kapazität bei allerdings gleicher Geschwindigkeit aufweist. Der RAM ist in 8+2 GByte segmentiert, wobei die Grafikeinheit den schnelleren Bereich nutzt.

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Effektiv sollen 7,5 GByte statt 13,5 GByte für Entwickler zur Verfügung stehen - das Betriebssystem samt Apps belegt den Rest. Für die Xbox Series S bedeutet das wahrscheinlich, dass per Smart Delivery speicherlastige Daten wie Texturen in einer niedriger aufgelösten Version geladen werden. Das entlastet den Videospeicher und reduziert den Platzbedarf auf der halb so großen SSD.

Außerdem dürften beispielsweise Schatten gröber ausfallen, da die oft verwendeten Shadowmaps dann ebenfalls weniger Speicher belegen. Da die Xbox Series S auch Raytracing mit Hardware-Beschleunigung beherrscht, könnte hier die interne Auflösung ebenfalls reduziert werden, was Framerate und RAM-Bedarf verringert.

Verglichen zur Xbox Series X wird die Xbox Series S also klar die schlechtere Bild- und Grafikqualität haben. Verglichen zur Xbox One X mit 12 GByte verfügt die Xbox Series S sogar über weniger Speicher, was ein Bremsklotz für Entwickler sein dürfte, was Gameplay und Spielwelten anbelangt.

Nachtrag vom 15. September 2020, 16:40 Uhr

Microsoft hat die Chip-Fläche des SoCs der Xbox Series S veröffentlicht, es weist eine Die-Size von 197 mm² auf. Beim Chip der Xbox Series X sind es 360 mm².

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