Microsoft: Xbox One erhält neues Dashboard und wird abwärtskompatibel
Besitzer einer Xbox One können nun die neue Firmware für ihre Konsole über Xbox Live herunterladen. Das Update enthält eine neu gestaltete, komfortabler und schneller zu bedienende Benutzerführung. Außerdem bietet es eine Abwärtskompatibilität für Xbox-360-Klassiker wie Gears of War – im Lauf der nächsten Monate sollen weitere dazukommen.

Anders als Microsoft eine Zeitlang angedeutet hat, basiert die Firmware zwar auf dem Windows-10-Kernel, enthält aber kein DirectX-12, sondern greift weiterhin über eine proprietäre Schnittstelle auf die Hardware zu. Einen Leistungsgewinn beim Spielen, der sich etwa durch weniger Ruckler bei vielen gleichzeitig sichtbaren Feinden bemerkbar machen könnte, gibt es also nicht.
Die wichtigste neue Funktion ist die Abwärtskompatibilität. Sie wird durch eine virtuelle Maschine möglich, in der die Xbox 360 emuliert wird. Wer Spiele auf der alten Konsole digital gekauft hat und sich nun auf der One mit dem gleichen Nutzerkonto anmeldet, kann die Games einfach herunterladen. Bei unterstützten Disc-Versionen muss der Silberling eingelegt sein, dann lädt die Konsole über Xbox Live eine angepasste Version des Spiels – was durchaus mal länger dauern kann. Beim Spielen muss die DVD eingelegt sein.
Die Titel stehen auf der Xbox One mit allen Funktionen der 360 zur Verfügung, also etwa inklusive der Multiplayermodi. Wer auf dem One-Controller gleichzeitig die Share- und die Optionen-Taste drückt, bekommt auch das bekannte, voll funktionsfähige Xbox-360-Menü eingeblendet.
Derzeit unterstützt Microsoft etwa 100 Spiele, darunter Klassiker wie Gears of War oder Geometry Wars 2. Zu Titeln wie GTA Vice City oder Read Dead Redemption hat sich Microsoft bisher bei Events und Messen auf mehrmalige Nachfragen von Golem.de nicht geäußert. Das kann bedeuten, dass diese Spiele noch als besondere Überraschung demnächst präsentiert werden – oder dass die Verhandlungen über eine entsprechende Lizenzierung mit Rockstar Games gescheitert sind.
Neues Dashboard bietet schnelleren Zugriff
Die neue Benutzerführung setzt auf eine stärkere Unterteilung in Kategorien als das alte Dashboard. So gibt es nun statt der vier Reiter künftig sieben: Startseite, Community, OneGuide, Spiele, Apps, Filme & TV und Musik. Die letzten Menüs fächern sich auf, sobald der Store angewählt wird.

Zwischen diesen Kategorien wechselt der Nutzer horizontal etwa mit den Schultertasten. Außerdem kann er deutlich stärker als bisher auch nach unten scrollen, um weitere Inhalte und Funktionen zu finden. Unter Games etwa befindet sich eine Zeile mit einer Übersicht über die momentan beliebtesten Spiele – schlicht von einem Algorithmus zusammengestellt. Darunter präsentiert die Konsole dann Empfehlungen aus der Redaktion des Xbox-Teams.
In weiteren Zeilen sind weiter unten neue Spiele zu finden, die gerade überproportional nachgefragt werden. In der Kategorie Community stellt das System dort außerdem besonders beliebte Let's Player vor.
Besonders praktisch ist eine neue Schnellzugriffsleiste am linken Bildschirmrand, die auch beim Spielen mit einem schnellen Doppeldruck auf das Xbox-Symbol am Gamepad aufgerufen wird. Über diese Seitenleiste lassen sich Freundeslisten ansehen, Nachrichten beantworten und Systemeinstellungen – etwa Lautstärke oder die Auflösung – schneller ändern als zuvor.
Microsoft wirbt damit, dass der Nutzer künftig 50 Prozent schneller auf seine gewünschten Funktionen oder die Spieler zugreifen kann. Diese Zahl lässt sich natürlich so konkret schlecht nachvollziehen, aber komfortabler als das bisherige Dashboard ist das neue allemal. Häufig benutzte Funktionen wie das Starten einer Party oder das Teilen von Screenshots oder Videos, sowie der Zugriff auf die Erfolge sind nun auch schlicht weniger kompliziert. Das Aufrufen der eigenen Spielesammlung dauert aber immer noch genau so lang wie zuvor.
Eine bislang auf der Xbox One verfügbare Funktion entfällt übrigens mit dem Update: Die Gestensteuerung für Kinect hat Microsoft in das neue Dashboard nicht übernommen – sie wurde laut dem Unternehmen schlicht viel zu wenig verwendet.
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