Microsoft: Xbox erklärt Live-Ausfall ungewöhnlich offen
In den vergangenen Tagen gab es beim Playstation Network und bei Xbox wiederholt stundenlange Ausfälle, nun hat sich Microsoft ungewöhnlich offen zu den jüngsten Problemen geäußert. Xbox-Technikchef Scott Van Vliet entschuldigte sich auf X(öffnet im neuen Fenster) bei den Spielern und sprach von einer "inakzeptablen Situation".
Laut Van Vliet begann das Problem, als ein zentraler Lizenzdienst innerhalb des Microsoft-Konzerns ausfiel. Der Dienst gehöre zwar nicht direkt zu Xbox, werde von der Spieleplattform jedoch für wichtige Funktionen genutzt. Dadurch hätten sich viele Nutzer nicht mehr anmelden können, ihre Spielbibliothek sei nicht korrekt angezeigt worden und bereits gekaufte Titel ließen sich teilweise nicht mehr starten.
Hintergrund ist das sogenannte Entitlement-Checking. Dabei prüft das System beim Start eines Spiels oder beim Anzeigen der Bibliothek, ob ein Nutzer tatsächlich die entsprechende Lizenz besitzt.
Fällt dieser Dienst aus, können selbst rechtmäßig erworbene digitale Spiele unter Umständen nicht mehr genutzt werden. Auch einige Publisher und Store-Partner, die dieselbe Infrastruktur verwenden, waren betroffen. Deshalb traten die Probleme nicht bei allen Spielen gleichermaßen auf.
Nach Angaben des CTO erkannte die automatische Überwachung den Fehler bereits in der Nacht. Anschließend leitete Microsoft den Datenverkehr auf funktionierende Teile der Infrastruktur um, während parallel nach der eigentlichen Ursache gesucht wurde.
Viel Lob für Transparenz
Weil einzelne Regionen unterschiedlich schnell wieder online gingen, erhielten manche Spieler den Zugriff deutlich früher zurück als andere.
Van Vliet kündigte einen umfassenden Bericht nach Abschluss der Untersuchungen an. Entscheidend sei nicht nur die unmittelbare Ursache, sondern vor allem die Frage, "warum der Ausfall eines einzelnen Dienstes so große Teile des Systems lahmlegen konnte" und warum die Wiederherstellung so lange gedauert hat.
Microsoft wolle die Abhängigkeiten rund um Anmeldung und Spielstarts überarbeiten, die Erkennung solcher Fehler verbessern und künftig "schneller und klarer kommunizieren, wenn etwas schiefläuft".
In den sozialen Netzwerken wurde diese Offenheit überwiegend positiv aufgenommen. Zahlreiche Spieler lobten, dass Microsoft diesmal nicht nur den Ausfall bestätigte, sondern auch nachvollziehbar erklärte, wie es dazu kommen konnte und welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollen.
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