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Microsoft: Xbox digitalisiert Discs - ein Detail bleibt rätselhaft

Wie die Xbox einzelne Datenträger erkennt, verrät der Konzern nicht. Technisch gibt es aber plausible Antworten.
/ Peter Steinlechner
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Artwork der Xbox Series X (Bild: Microsoft)
Artwork der Xbox Series X Bild: Microsoft

Microsoft führt eine neue Funktion für physische Xbox-Spiele ein. Wer ein unterstütztes Game auf Disc besitzt, kann daraus künftig eine digitale Lizenz machen. Anschließend lässt sich das Spiel auch ohne eingelegte Disc starten und – je nach Titel – sogar auf dem PC oder per Cloud Gaming nutzen.

Ab dem 31. August 2026 wird die Funktion laut Firmenblog(öffnet im neuen Fenster) zunächst mit Teilnehmern des Xbox-Insider-Programms getestet – also als eine Art öffentlich zugängliche Beta.

Mit der neuen Funktion wird die Disc in eine Xbox One oder Xbox Series X eingelegt und das Spiel gestartet. Daraufhin kann der Nutzer eine digitale Berechtigung für diesen Titel erhalten. Diese hängt jedoch nicht dauerhaft am Xbox-Konto, sondern an dem einen physischen Exemplar der Disc.

Das ist vor allem bei gebrauchten Spielen wichtig. Verkauft oder verleiht ein Nutzer seine Disc und registriert der neue Besitzer sie mit einem anderen Xbox-Konto, wandert die digitale Lizenz mit. Der bisherige Besitzer verliert also den Zugriff. Aus einer einzelnen Disc können auf diese Weise nicht beliebig viele dauerhaft nutzbare Digitalkopien entstehen.

Eigentlich ist jede Disc gleich

Unklar ist allerdings, wie Microsoft einzelne Exemplare erkennt. Gepresste Blu-rays eines Spiels sind normalerweise inhaltlich identisch und besitzen nicht automatisch eine individuelle Seriennummer.

Eine mögliche Erklärung ist die sogenannte Burst Cutting Area: In diesem Bereich können Discs bereits bei der Herstellung mit einer individuellen Kennung versehen werden. Das Verfahren ist bei optischen Datenträgern seit Langem etabliert und wird unter anderem für Kopierschutz und Identifikation eingesetzt.

Ob Microsoft es für Disc-to-Digital nutzt, ist nicht bekannt. Denkbar wäre auch ein physischer Fingerabdruck (Hash) anhand winziger Unterschiede bei der Herstellung.

Klappt nicht mit jedem Xbox-One-Spiel

Xbox- und Xbox-360-Spiele werden zunächst nicht unterstützt, auch bei Xbox-One-Titeln kann es Einschränkungen geben. Zum Start sollen dennoch mehrere Tausend Spiele funktionieren. Publisher können offenbar entscheiden, ob ihre Titel teilnehmen.

Die neue Lizenz kann mehr ermöglichen als nur das Spielen ohne Disc. Unterstützte Titel lassen sich beispielsweise über Xbox Play Anywhere auf dem PC verwenden oder per Xbox Cloud Gaming streamen. Das dürfte einer der Gründe sein, warum Microsoft die Zustimmung der jeweiligen Publisher benötigt.

Microsoft begründet Disc-to-Digital unter anderem mit der langfristigen Erhaltung von Spielen. Praktisch löst die Funktion aber noch ein anderes Problem: Eine bestehende Disc-Sammlung kann damit zumindest teilweise auch auf Xbox-Hardware ohne optisches Laufwerk weitergenutzt werden. Nach dem Insider-Test soll Disc-to-Digital in den kommenden Monaten breiter verfügbar werden.


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