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Microsoft Winfile: Alter Windows-Dateimanager jetzt quelloffen

Nach 28 Jahren veröffentlicht Microsoft den Quellcode des Dateimanagers aus Windows 3.0. Nostalgiker können das alte Eisen jetzt auch unter Windows 10 nutzen.
/ Jan Weisensee
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Windows 3.0 Dateimanager Winfile ist jetzt quelloffene Software. (Bild: Wikimedia)
Windows 3.0 Dateimanager Winfile ist jetzt quelloffene Software. Bild: Wikimedia

Microsoft hat den Quellcode seines ursprünglich für Windows 3.0 entwickelten Dateimanagers Winfile unter der freien MIT-Lizenz veröffentlicht. Das aus dem Jahr 1990 stammende Programm war als grafischer Ersatz für das Verwalten von Dateien mit MS-DOS entwickelt worden.

Der Entwickler Craig Wittenberg, der bereits seit über 35 Jahren für Microsoft arbeitet, hat den Code The Verge zufolge(öffnet im neuen Fenster) bereits 2007 aus Windows NT 4 herauskopiert. Nun steht das Programm für Nostalgiker und Windows-Liebhaber nebst Erläuterungen auf Github zum Download bereit(öffnet im neuen Fenster) . "Ich bin bereit, Bugfixes und Vorschläge für kleinere Änderungen in den Masterbranch aufzunehmen" , schreibt Wittenberg.

Obwohl Winfile aktuellen Dateimanagern natürlich funktional unterlegen ist, kann man das Programm Microsoft zufolge auf Windows 10 kompilieren und nutzen. Neben Operationen wie dem Erstellen, Verschieben, Kopieren und Löschen von Dateien und Ordnern konnte Winfile zudem Umbenennen und Drucken. Eine einfach Suche war bereits integriert, auch wenn diese mit der heute üblichen indexierten Suche nach Dateiinhalten und Schlagwörtern noch nicht viel zu tun hatte.

Schnelles Ende mit Windows 95

Schon fünf Jahre später wurde Winfile allerdings durch den in Windows 95 neu eingeführten Windows Explorer abgelöst, der mit seiner Zwei-Spalten-Ansicht und der Unterstützung für lange Dateinamen versprach, praktikabler zu sein. Obwohl Winfile in Microsofts Betriebssystemen noch bis Windows Me und NT 4.0 s enthalten war, geriet der Dateimanager schnell in Vergessenheit.

Dabei war das Programm nicht der erste Versuch, das Verwalten von Dateien und Ordnern unter MS-DOS zu vereinfachen. Bereits 1986 hatte der Entwickler John Socha den Norton Commander (NC) veröffentlicht, der es Nutzern erlaubte, auch ohne Windows relativ komfortabel mit größeren Mengen Dateien und Ordnern zu arbeiten.

Außer dem Dateimanager Winfile brachte Windows 3.0 im Jahr 1990 im Vergleich zu seinem Vorgänger weitere Neuerungen wie etwa das Anzeigen von 16 Farben und die bessere Unterstützung von Intels 80386-Prozessoren. Microsoft beendete den offiziellen Support von Windows 3.0 am 31. Dezember 2001.


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