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Microsoft: Windows-10-Juni-Update defragmentiert SSDs zu oft

Die Laufwerkswartung von Windows 10 vergisst nach dem Reboot die letzte Prüfung. Den Bug wollte Microsoft eigentlich im Januar beheben.
/ Oliver Nickel
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Zu viel Defragmentieren kann SSDs verschleißen. (Bild: Pixabay.com)
Zu viel Defragmentieren kann SSDs verschleißen. Bild: Pixabay.com / CC0 1.0

Windows 10 hat nach dem Juni-Update mit einem weiteren Problem zu tun. Das Betriebssystem scheint SSD-Laufwerke ungewöhnlich oft defragmentieren zu wollen. Die im OS integrierte automatische Laufwerkoptimierung speichert das Datum der letzten automatischen Prüfung nicht richtig ab und denkt deshalb, dass SSDs nach einem Reboot erneut defragmentiert und getrimmt werden sollen – zu sehen an der Statusanzeige "Optimierung erforderlich" . Das Magazin Bleepingcomputer(öffnet im neuen Fenster) konnte den Bug zuverlässig reproduzieren. Parallel dazu wurde ein merkwürdiges Verhalten des Tools entdeckt: Es versucht, eine Trim-Operation auf Nicht-SSD-Laufwerken auszuführen, was in einem Fehlschlag und einer Fehlermeldung resultiert.

Windows 10 defragmentiert SSDs einmal im Monat, wenn Laufwerks-Snapshots aktiviert sind. Diese können als Rücksetzpunkte genutzt werden. Eine fragmentierte SSD kann die I/O-Geschwindigkeit spürbar verlangsamen oder zu Schreibfehlern während des Snapshots führen, weshalb das Betriebssystem Daten auf dem Medium neu sortiert. Die Community des Forums Superuser(öffnet im neuen Fenster) hat diese Funktion bereits diskutiert.

Das Problem: Zwar kann eine Defragmentierung in diesen Fällen Leistungszuwachs bei SSDs bringen, allerdings werden dadurch die Flash-Zellen wesentlich schneller abgenutzt, was zu einer kürzeren maximalen Betriebszeit des Laufwerks und im schlimmsten Fall zum Ausfall führen kann. Daher sollte eine SSD eigentlich selten oder gar nicht defragmentiert werden – anstatt jedes Mal nach einem Neustart.

Das Problem beschreibt die Community auch in einem Thread im Windows-Supportforum(öffnet im neuen Fenster) . Allerdings wird der Prozess wohl nicht durch manuelles Öffnen und Starten des Laufwerkoptimierungsfensters ausgelöst. Dort wird korrekt nur ein Trim-Kommando ausgeführt.

Bug schon seit Januar bekannt

Die Community hat das Problem im Feedback-Hub für Windows 10 mitgeteilt und lange Zeit keine Antwort bekommen. Microsoft wollte das Problem eigentlich im Insider Build 19551.1005(öffnet im neuen Fenster) vom Januar 2020 behoben haben. Allerdings scheint dies offensichtlich nicht der Fall zu sein. Microsoft hat diesen Fix noch nicht in einen Release-Build eingebunden.

Eine Möglichkeit ist es, Laufwerke im Laufwerke-optimieren-Fenster aus dem Defragmentierungsprozess auszuschließen – schnell zu finden mit der Windows-Startmenü-Suche. Dort wird die Schaltfläche "Einstellungen ändern" gedrückt. Anschließend ist es möglich, mit einem Druck auf den Button "Auswählen" verschiedene Laufwerke abzuwählen. Diese werden dann nicht mehr für den Prozess berücksichtigt.


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