Microsoft vor Gericht: Überhöhte Preise für Windows Server in fremden Clouds

In Großbritannien wird Microsoft beschuldigt, Tausenden britischen Unternehmen beim Einsatz von Windows-Server-Software überhöhte Preise berechnet zu haben, wenn diese nicht auf Microsofts Azure-Plattform gehostet wurden.
Wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) , führt die Anwältin für Wettbewerbsrecht Maria Luisa Stasi das Verfahren im Namen von fast 60.000 Unternehmen. In einer Anhörung nannte sie eine Summe von 2,1 Milliarden Pfund (circa 2,4 Milliarden Euro), die den Unternehmen an Schaden durch Microsoft entstanden sein sollen.
Benutzerfreundlichkeit auf Konkurrenzplattformen verschlechtert
Microsoft verlangte laut Stasi nicht nur höhere Preise von denjenigen, die Azure nicht nutzen, sondern verschlechterte auch die Benutzerfreundlichkeit von Windows Server auf Konkurrenzplattformen. Microsoft hielt entgegen, dass es sich bei Windows Server und Azure um ein vertikal integriertes Geschäftsmodell handele.
Während Stasi eine Zulassung des Verfahrens beim Londoner Wettbewerbsberufungsgericht beantragte, argumentierte Microsoft, dass die Klage keine ausreichende Berechnung etwaiger Schadenersatzansprüche enthalte und daher abgewiesen werden müsse.
Microsofts Lizenzierungspraxis schränkt Wettbewerb ein
Bereits im Juli 2025 erklärte eine Untersuchungsgruppe der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde, dass Microsofts Lizenzierungspraxis den Wettbewerb bei Clouddiensten einschränke und AWS sowie Google erheblich benachteilige.
Auch die EU befasste sich bereits mit einer Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft wegen dessen Lizenzmodell für Clouddienste , und erst Mitte September 2025 entging Microsoft einer Kartellstrafe wegen der Koppelung von Microsoft Teams an die Softwarepakete Office 365 und Microsoft 365.