Microsoft: Visual Studio 2022 und .Net 6 erschienen

Software-Hersteller Microsoft hat seine wohl wichtigsten Entwicklungswerkzeuge in aktuellen Versionen stabil veröffentlicht: Visual Studio 2022(öffnet im neuen Fenster) sowie .Net 6. Neu in Visual Studio 2022 ist die KI-Assistenz Intellicode. Das Werkzeug könne "jetzt ganze Codezeilen für Sie vervollständigen, so dass Sie mit nur zwei Fingertipps auf die Tabulatortaste zuverlässigen Code schreiben können. Intellicode kann auch wiederholte Änderungen erkennen und Korrekturen in Ihrer gesamten Codebasis vorschlagen, wenn ähnliche Muster vorhanden sind."
Neu in Visual Studio 2022 ist auch die Funktion Hot Reload. Damit wird die Anwendung direkt beim Verändern von Code neu geladen und muss nicht neu gestartet werden. Um die Funktion entbrannte eine Diskussion mit der Open-Source-Community, da Hot Reload zwar zunächst auch als freies Werkzeug für .Net 6 bereitgestellt wurde. Microsoft wollte dies aber zugunsten von Visual Studio aufgeben. Nach dem Aufschrei der Community rückte Microsoft von dem Plan jedoch aber ab und stellte die Funktion in den freien Werkzeugen wieder her.
Zu Visual Studio hinzugekommen sind in der aktuellen Version außerdem Verbesserungen am Debugger, dem .Net Language Service, sowie bessere Möglichkeiten für das Cross-Plattform-Testing. Bei Visual Studio 2022 handelt es sich außerdem um die erste Version der Entwicklungsumgebung in einer 64-Bit-Variante. Damit könne das Programm nun auch für noch größere Anwendungen besser skalieren. Weitere Details zu Visual Studio 2022(öffnet im neuen Fenster) liefern die ausführlichen Release Notes sowie ein Blogpost speziell zu den Neuerungen für die Mobile-Arbeit mit Xamarin(öffnet im neuen Fenster) .
.Net 6 mit Sprachupdates und Vereinheitlichung
Mit der aktuellen Version 6 von .Net versucht Microsoft die lange geplante und vorbereitete Vereinheitlichung der verschiedenen Plattformen abzuschließen. Dazu liefere das Framework nun eine einheitliche Grundlage zur Entwicklung von "Browser-, Cloud, Desktop-, IoT-, und Mobile-Apps" . Hinzu kämen Erweiterungen für Machine Learning und Webassembly samt nativer Abhängigkeiten.
Verbessert hat das Team mit .Net 6 auch die Leistung. Möglich macht das unter anderem die Nutzung von PGO (Profile Guided Optimization). Dabei soll im Gegensatz zur bisher üblichen statischen Code-Analyse das echte Verhalten einer Anwendung zur Optimierung berücksichtigt werden. Google nutzt dies in Chrome , was den Browser teils deutlich beschleunigt. Auch Browserhersteller Mozilla nutzt die PGO im Firefox(öffnet im neuen Fenster) . Das Rust-Team testet ebenfalls solch ein Vorgehen .
Mit .Net 6 bringt Microsoft außerdem Sprachupdates für C# und F# und auch das neue HTTP/3 auf Grundlage von Quic kann verwendet werden. Unter Linux unterstützt wird nun OpenSSL 3 , unter Windows kann standardmäßig Chacha20Poly1305(öffnet im neuen Fenster) verwendet werden. Für bessere Sicherheit hat Microsoft außerdem W^X(öffnet im neuen Fenster) umgesetzt und Intels Control-flow Enforcement Technology (CET). Standardmäßig aktiviert werden soll letztere aber erst mit .Net 7.
Offiziell unterstützt wird .Net 6 auch auf den ARM-CPUs M1 von Apple. Den Support für Linux übernimmt Red Hat gemeinsam mit Microsoft für RHEL. Als Linux-Abbild für Container wird Debian 11 alias Bullseye verwendet, der Support von Ubuntu 22.04 soll folgen, sobald dieses erscheint. Bei .Net 6 handelt es sich außerdem um eine Version mit Langzeitpflege (LTS), die drei Jahre Unterstützung erhalten soll. Weitere Details listet die ausführliche Ankündigung von .Net 6(öffnet im neuen Fenster) .



