Microsoft und Canonical: Windows startet Linux mit Systemd
In einer Kooperation haben Microsoft und Canonical das Windows Subsystem für Linux so umgearbeitet, dass Systemd zum Einsatz kommt.
Das Windows Subsystem für Linux (WSL) kann nun auch mit Systemd in den Linux-Umgebungen genutzt werden. Das kündigt der für das WSL zuständige Craig Loewen im Entwicklungsblog von Microsoft an. Die Arbeiten daran erfolgten in Zusammenarbeit mit Ubuntu-Sponsor Canonical, der in seinem Blog ebenfalls Details zu der Technik veröffentlicht hat. Erste Arbeiten daran hatte Canonical im Herbst 2021 angekündigt.
Als Init-System nutzen die Distributionen des WSL bisher eine spezialisierte und eigens für das WSL erstellte Technik. Diese ermöglicht zwar ein einfaches Starten von Diensten, hat aber bei weitem nicht den Funktionsumfang von Systemd selbst. Darüber hinaus beschreibt Microsoft in seiner WSL-Dokumentation zahlreiche Schwierigkeiten sowie Lösungswege bei der Installation von Anwendungen im WSL, die auf das Fehlen von Systemd zurückzuführen sind.
Die angekündigte Änderung führt laut Microsoft dazu, dass sich das WSL nun ähnlicher zu üblichen Linux-Distributionen verhält. Darüber hinaus ist damit auch die Nutzung von Anwendungen möglich, die direkt von Systemd-Fähigkeiten abhängen. Die beiden beteiligten Unternehmen zählen dazu etwa Ubuntus Snap auf sowie Microk8s oder das Administrationswerkzeug Systemctl.
Zur Unterstützung von Systemd habe die Architektur des WSL grundsätzlich überarbeitet werden müssen, heißt es. Der bisherige Init-Dienst sei etwa für die Infrastruktur und Kommunikation zwischen Linux und Windows genutzt worden und das Team habe einige Annahmen in Bezug auf die Funktionsweise des gesamten WSL verwerfen müssen. Die Funktionsänderung ist dabei so groß, dass Systemd zunächst auch nicht standardmäßig verteilt wird. Interessierte Nutzer müssen dies also selbstständig aktivieren. Voraussetzung dafür ist das WSL in Version 0.67.6, die über den Microsoft Store bezogen werden kann.