Microsoft: Regelwerk für Flash unter Windows 8

Hatte Microsoft lange betont, unter der Metro-Oberfläche von Windows 8 werde es keine Plugins und damit auch keinen Flash-Player geben, rückte das Unternehmen mit der Veröffentlichung der Release Preview von Windows 8 von dieser Linie ab und integrierte den Flash Player direkt in den Internet Explorer. Aber nur Websites, die auf der Ausnahmeliste von Windows 8 stehen, dürfen auch unter Metro den Flash Player verwenden. Welche Bedingungen dafür zu erfüllen sind, verrät Microsoft jetzt in den Developer guidance for websites with content for Adobe Flash Player in Windows 8(öffnet im neuen Fenster) .
Um Microsofts Kriterien zu erfüllen, muss eine Website auf allen von Windows 8 unterstützten Plattformen (x86, x64 und ARM) einheitlich funktionieren.
Ist eine Website primär mit HTML gestaltet und enthält zusätzliche Flash-Elemente, die Microsofts Performance-Standards nicht entsprechen, kann eine Website als inkompatibel gewertet werden und kommt damit nicht auf die Ausnahmeliste. Gleiches gilt für Websites, die andere ActiveX-Controls verwenden. Auch mangelnde Übersetzungen der Flash-Inhalte oder zu negative Auswirkungen auf die Akkulaufzeit will Microsoft nicht akzeptieren.
Ganz wichtig ist die Bedienbarkeit per Touchscreen: Ist diese nicht gegeben, hat eine Website ebenfalls keine Chance auf die Ausnahmeregelung. Zudem müssen die Inhalte mit der Bildschirmtastatur von Windows 8 funktionieren.
Ebenfalls nicht erlaubt ist der Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Drucker und Bookmarkfunktionen. Auch Doppelklicks und Touchgesten dürfen nicht verwendet werden. Auch die P2P-Technik von Flash darf unter Metro nicht verwendet werden.
Debug-Modus
Wer testen will, wie sich seine Flash-Inhalte unter Metro verhalten, kann dazu in der Registry von Windows 8 für die jeweilige Domain den Debug-Modus einschalten (HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Internet Explorer\Flash\DebugDomain). Dabei wird immer nur eine Domain samt aller ihrer Subdomains unterstützt.
Per Embed-Tag eingebettete Flash-Inhalte von anderen Servern werden ebenfalls akzeptiert. Für Inhalte, die per iFrame eingebunden werden, gilt das nicht, es sei denn, die entsprechenden Server stehen auf der Ausnahmeliste.
Wer seine Website der CV-Liste mit Ausnahmen hinzufügen will, kann sich per E-Mail an iepo@microsoft.com wenden.
Websites, die diese Kriterien nicht erfüllen, laufen weiterhin in der Desktopversion des Internet Explorer 10 unter Windows 8. Websites können per Header oder Meta-Tag die Desktopversion explizit anfordern, der Nutzer muss dem aber in jedem Einzelfall zustimmen. Auch wenn Microsoft weitgehende Ausnahmen macht, wird weiterhin deutlich: Für Microsoft ist HTML5 die Zukunft.



