Microsoft: PCFritz Windows-7-Product-Key-Versand "zumindest fragwürdig"

Die Vorgehensweise von PC Fritz, Kunden den Product Key vorab zuzusenden, wenn diese auf Windows 7 Professional 64 Bit warten müssen, ist rechtlich zweifelhaft. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ruft Betroffene dazu auf, sich an die Organisation zu wenden.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft: PCFritz Windows-7-Product-Key-Versand "zumindest fragwürdig"
(Bild: Fritz.de)

Microsoft-Juristen haben die Praxis von PC Fritz, Kunden wegen Lieferschwierigkeiten für Windows 7 Professional in der 64-Bit-Version nur den Product Key zu liefern, als fragwürdig bezeichnet.

Stellenmarkt
  1. Quality Engineer* Natural Mainframe
    Software AG, Darmstadt
  2. UI Designer / Webentwickler (m/w/d) im Bereich Software Entwicklung
    ASCon Systems GmbH, Stuttgart, Mainz, München
Detailsuche

In einer aktuellen E-Mail vom Support von PC Fritz heißt es, sollte der Kunde nicht sein Geld zurück erhalten oder auf eine andere Windows- 7-Version ausweichen wollen, werde PC Fritz den "Key vorab zusenden". Mit diesem lasse sich "eine Testversion aktivieren, die damit zur Vollversion" werde, so das Unternehmen.

Ein Anwalt von Microsoft Deutschland sagte Golem.de: "Das Angebot von PC Fritz, Kunden alternativ zu der Lieferung eines (angeblichen) Original-Produktes nur einen Product Key zu liefern, mit dem eine Testversion - angeblich legal - frei geschaltet werden soll, ist rechtlich zumindest fragwürdig." Es sei selbstverständlich, dass jeder Anwender zur dauerhaften Nutzung des Betriebssystems eine entsprechende Lizenz benötige.

"Product Keys sind jedoch ebenso wenig Lizenzen wie Microsoft-Echtheitszertifikate (sogenannte COAs), auf denen die Product Keys für Microsoft Windows 7 üblicherweise aufgedruckt sind. Dementsprechend dürfen Product Keys und COAs mit solchen Keys grundsätzlich nicht ohne Zustimmung von Microsoft einzeln als Lizenz verkauft werden", so der Anwalt.

Golem Akademie
  1. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
  2. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    21.–24. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Konzern verweist auf eine nicht rechtskräftige Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 30. Januar 2014 (11W 34/12), mir der die Entscheidung der Vorinstanz zugunsten des Klägers Microsoft bestätigt wurde. In beiden Entscheidungen sei der Verkauf einzelner COAs als Lizenz sowohl für urheberrechtlich als auch für markenrechtlich unzulässig erklärt worden.

Die Software wird weiter prominent auf der Webseite von PC Fritz mit "Artikel sofort lieferbar" beworben. Eine Referentin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) sagte Golem.de: "Wenn ein Unternehmen weiß, dass es einen Lieferengpass gibt, aber das nicht darstellt, dann ist das irreführende Werbung." Um dagegen rechtlich vorzugehen, brauche der VZBV Belege von Betroffenen über den Lieferengpass. Dann lasse sich ein kollektivrechtliches Unterlassungsverfahren prüfen.

PC Fritz verweist ebenfalls auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Dass gebrauchte Softwarelizenzen weiterverkauft werden dürfen, hatte das Gericht am 17. Juli 2013 entschieden und damit eine Entscheidung des EuGH umgesetzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


crmsnrzl 24. Mär 2014

OK, das ergibt Sinn, danke.^^

Anonymer Nutzer 22. Mär 2014

Das sicherste Indiz ist ja schon, daß es keine Windows-8.1-"Schnäppchen" gibt. Dafür...

Kaiser Ming 21. Mär 2014

den Bezug zur Hehlerware habe ich nicht hergestellt das hattest du selbst ja er schreibt...

AIM-9 Sidewinder 21. Mär 2014

"Auto kaufen" beeinhaltet Neu- und Gebrauchtwagen. Das wurde nicht spezifiziert, also ist...

crazypsycho 20. Mär 2014

Viele Opfer haben ihre gefälschten Keys ins Netz gestellt. Das ist an sich ein Beweis...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation
Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt

Inzwischen ist offensichtlich, dass der Bundesservice Telekommunikation zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehört.
Von Friedhelm Greis

Bundesservice Telekommunikation: Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt
Artikel
  1. Frequenzen: Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne
    Frequenzen
    Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne

    Jochen Homann könnte vor seinem Ruhestand noch einmal Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica erfreuen.

  2. Digitalisierung: 500-Euro-Laptops für Lehrer leistungsfähig und gut nutzbar
    Digitalisierung
    500-Euro-Laptops für Lehrer "leistungsfähig und gut nutzbar"

    Das Land NRW hat seine Lehrkräfte mit Dienst-Laptops ausgestattet. Doch diese äußern deutliche Kritik und verwenden wohl weiter private Geräte.

  3. Volkswagen Payments: VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken
    Volkswagen Payments
    VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken

    Volkswagen entlässt einem Bericht nach einen Mitarbeiter, nachdem dieser Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit von Volkswagen Payments äußerte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /