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Microsoft: .Net wird Open Source

Weite Teile von Microsofts .Net werden unter die MIT-Lizenz gestellt und sogar auf Linux und Mac OS X portiert. Das Framework soll zudem in zwei verschiedenen Zweigen weiterentwickelt werden.
/ Jörg Thoma
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Ein Teil von .Net wird quelloffen und integriert die Plattformen Mac OS X und Linux. (Bild: Microsoft)
Ein Teil von .Net wird quelloffen und integriert die Plattformen Mac OS X und Linux. Bild: Microsoft

Unter dem Namen .Net 2015(öffnet im neuen Fenster) will Microsoft sein Anwendungsframework restrukturieren. Das .Net Framework 4.6 wird der direkte Nachfolger der aktuellen Version 4.5.2 und stellt eine von zwei Produktlinien dar. Die andere wird unter dem Namen .Net Core 5(öffnet im neuen Fenster) ebenfalls voraussichtlich im 2. Quartal 2015 erscheinen. Die in beiden Zweigen integrierte Kernkomponente für Webanwendungen, ASP.Net, will Microsoft auch auf Linux und Mac OS X portieren. Wesentliche Teile werden dafür unter die MIT-Lizenz gestellt und der Quellcode auf Github veröffentlicht. Die neue Version der Entwicklungsumgebung Visual Studio 2013 namens Community gibt es ab sofort kostenlos(öffnet im neuen Fenster) . Damit soll die Entwicklung von Anwendungen auf allen Plattformen möglich sein.

Bei den unter die MIT-Lizenz gestellten Komponenten handelt es sich um Klassenbibliotheken, deren Referenzcode bereits auf Github(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung steht. Auch der Quellcode der Kernkomponenten unter dem Namen .Net Core 5.0 ist bereits auf Github(öffnet im neuen Fenster) erhältlich. In .Net Core 5.0 lassen sich Windows Apps direkt in nativen Code kompilieren. Dieses Projekt wurde im April 2014 unter dem Namen .Net Native präsentiert. Außerdem wurde die Weiterentwicklung von ASP.Net dort integriert.

Verkleinerte Kernbibliothek

Insgesamt soll der Binärcode der neuen Kernbibliothek nur 11 MByte groß sein. Die Kernbibliothek von .Net 4.5.2 ist bisher 200 MByte groß. Die neue Version der Kernbibliothek soll zwar fast alle Funktionen der Common Runtime Language unterstützen, jedoch nur etwa zehn Prozent der bisherigen Klassenbibliotheken. Optionale Erweiterungspakete will Microsoft später nachliefern. Für .Net Core 5.0 gibt es beispielsweise noch keine angepassten Versionen der Bibliotheken Windows Forms oder Windows Presentation Foundation, die für die Entwicklung von .Net-Anwendungen mit einer Desktopoberfläche benötigt werden. Sämtliche Kernkomponenten und Erweiterungspakete sollen künftig über das Portal Nuget(öffnet im neuen Fenster) verteilt werden.

Sowohl für .Net 4.6 als auch für .Net Core 5 gibt es die beiden neuen Compiler Roslyn(öffnet im neuen Fenster) und Ryujit. Roslyn unterstützt C# 6.0 und Visual Basic 2015. Der schnellere Just-in-Time-Compiler Ryujit unterstützt 64-Bit-Anwendungen. Roslyns Quellcode wurde bereits im April 2014 veröffentlicht und in das Mono-Projekt integriert, das eine .Net-Umgebung unter Linux bereitstellt.

Vereinheitlichte Komponenten

Damit .Net künftig auf allen Plattformen läuft, will Microsoft das Framework unter dem Projektnamen One .Net vereinheitlichen. Die bisherigen Derivate .Net für Windows-8.x-Apps und Windows-Phone-8.x-Apps sowie die diversen Komponenten von Silverlight für den Desktop und für Windows Phone sollen künftig alle das Framework .Net Core verwenden. Dort sollen auch die Xamarin-Projekte Mono für iOS, für Android und für den Linux-Desktop integriert werden.

Entsprechend feierte der Leiter des Mono-Projekts Miguel de Icaza Microsofts Pläne: An dem veröffentlichten Quellcode dürfen sich seine Projekte bedienen, schreibt er in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) . Dadurch soll der Mono-Code insgesamt stabiler werden. Außerdem wolle er den JIT-Compiler Ryujit einbinden, sobald Microsoft den Code freigibt. Eine Rückportierung von Code aus dem Mono-Projekt in .Net sei aber bislang nicht geplant, da die Anforderungen von Microsoft zur Rückwärtskompatibilität enorm hoch seien.

Sämtliche quelloffenen Komponenten von .Net werden auf der Webseite der .Net-Foundation gepflegt(öffnet im neuen Fenster) .


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