Microsoft-Lösung: Beschlagnahmte Kinderpornos dürfen jetzt in die Cloud

In Nordrhein-Westfalen untersucht eine KI-Software künftig beschlagnahmte Daten auf kinderpornografische Inhalte.

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Beschlagnahmte Datenträger bei Kinderpornografie-Fall in den USA
Beschlagnahmte Datenträger bei Kinderpornografie-Fall in den USA (Bild: Carlo Allegri/Reuters)

Die Ermittler in Nordrhein-Westfalen können sichergestellte Daten mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) auf strafbare Inhalte untersuchen lassen. Das KI-System sei "mit einer Genauigkeit jenseits der 90 Prozent in der Lage, Bildmaterial in die Kategorien Kinderpornographie, Jugendpornographie, nicht strafbare Erwachsenenpornographie und sonstiges Bildmaterial einzuteilen", sagte Justizminister Peter Biesenbach (CDU) bei der Vorstellung des Projektes am 25. Mai 2021 in Düsseldorf.

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Die KI könne "zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Ermittlungsverfahrens den Strafverfolgern schnell und wirksam aus der Menge der Daten diejenigen Beweismittel herausfiltern, die sie zur Prüfung des für die Untersuchungshaft erforderlichen dringenden Tatverdachts benötigen", sagte Biesenbach laut Redemanuskript (PDF).

Die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) hat das Konzept ZAC-AIRA seit 2019 zusammen mit Microsoft, der Universität des Saarlandes und dem deutschen EDV-Gerichtstag entwickelt. AIRA steht dabei für AI enabled Rapid Assessment (KI-basierte schnelle Einschätzung). "Dazu werden die Beweismittel über eine in der Forschungszusammenarbeit entwickelte Abstraktionssoftware so aufbereitet, dass sie datenschutzkonform für das Training der künstlichen Intelligenz in der Cloud genutzt werden können", sagte Biesenbach.

Projektpartner Microsoft erläuterte: "Für die Einhaltung der strengen Rechtsvorschriften sorgt ein speziell entwickelter Abstraktionsalgorithmus, der die Bilddateien vollständig und irreversibel abstrahiert und anonymisiert (dekonstruiert). Für das menschliche Auge sind nach dieser Dekonstruktion keine Bildinhalte mehr erkennbar. Dieser Prozess erfolgt ausschließlich in den Rechenzentren der Strafverfolgungsbehörden." Bei falschen Ergebnissen können Ermittler die Bilder nachträglich manuell flaggen. Damit werde die KI verbessert.

Konzept leicht skalierbar

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Das Konzept sei dabei einfach skalierbar. "Alle Geräte sind mit einem im Projekt entwickelten standardisierten Softwaresatz ausgestattet und werden aus der Cloud heraus verwaltet. Benötigt man für einen Fall mehr Ressourcen, mietet man einfach mehr Geräte hinzu und kann so einfach und unkompliziert die Auswertepower der Strafverfolger vervielfachen", sagte der Justizminister.

Dadurch werde die Auswertung solcher Delikte nicht mehr durch die zur Verfügung stehende Hardware eingeschränkt. "ZAC-AIRA benötigt kein eigenes Rechenzentrum. Für den Einsatz von ZAC-AIRA ist es lediglich notwendig, Rechenpower anzumieten", sagte Biesenbach.

Hintergrund der Software-Entwicklung waren umfangreiche Fälle von Kindesmissbrauch in dem Bundesland. Biesenbach sprach damals von 30.000 bekanntgewordenen Täteridentitäten. "Inzwischen müssen wir leider konstatieren, noch zu zurückhaltend geschätzt zu haben. Aus den fortschreitenden Ermittlungen der Zentralstelle kann ich ersehen, dass die Zahl der im Internet auf Plattformen und in Communities organisierten Täter noch weit höher liegt als damals angenommen", sagte er nun.

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Jojo! 28. Mai 2021

Ah ok.

chefin 27. Mai 2021

Du meinst also, eine KI sollte die Bilder auswerten und das Bild von dir und deinem Kind...

chefin 27. Mai 2021

Die müssen garnicht fehlerfrei arbeiten. Im gegenteil, jeder Fehler wird zugunsten eines...

chefin 27. Mai 2021

Hier gehts um Dinge wie Hashberechnung Nimm ein Bild, zerlege es in 10000 Blöcke von...



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